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Zahlreiche Proteste gegen Corona-Einschränkungen | BR24

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In Würzburg haben rund 50 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Die Stadt Würzburg hatte zuvor die nötige Ausnahmegenehmigung vom derzeitigen Versammlungsverbot erteilt. Die Polizei kontrollierte die strengen Auflagen.

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Zahlreiche Proteste gegen Corona-Einschränkungen

In mehreren deutschen Städten haben sich heute Menschen zu Demos gegen die Corona-Einschränkungen versammelt. Auch in Bayern gab es Proteste. Bei den Teilnehmern handelte es sich teilweise um Rechte, Verschwörungstheoretiker und Impfgegner.

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Protest gegen die Einschränkungen während der Corona-Krise: Hunderte Menschen trafen sich zu teils spontanen, teils angemeldeten Kundgebungen in verschiedenen deutschen Städten, darunter auch einige in Bayern.

Alles Wissenswerte zum Coronavirus finden Sie hier.

Nürnberg: Demo nicht angemeldet, kuriose Ausrede der Teilnehmer

In der Nürnberger Innenstadt versammelten sich mindestens 50 Personen zu einer zu einer nicht-angemeldeten Kundgebung. Nach BR-Recherchen handelte es sich dabei um eine Ansammlung von Verschwörungstheoretikern und Rechten, die die Corona-Maßnahmen der Regierung kritisieren und sich in Chatgruppen organisiert haben.

Mehrere Einsatzkräfte des USK waren am Nachmittag dort und lösten die Kundgebung auf. Mindestens eine Person wurde in Gewahrsam genommen. Laut Polizei hätten die Teilnehmer bestritten, dass es sich überhaupt um eine Versammlung handle, sie hätten lediglich gemeinsam dort sitzen und meditieren wollen.  

Würzburg: Protest unter strengen Auflagen

Weitere rund 50 Menschen demonstrierten in Würzburg gegen die Corona-Maßnahmen. Die Stadt hatte zuvor die nötige Ausnahmegenehmigung vom derzeitigen Versammlungsverbot erteilt.

Die Demonstranten zeigten Plakate wie "Grundrechte!" und "Freiheit, ich stehe hier auch für dich!" und protestierten zudem gegen eine Impfpflicht. Sie sangen die Nationalhymne und das Lied "Die Gedanken sind frei". Die Kundgebung in Würzburg war von einer Privatperson angemeldet worden, die der Gruppierung "Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand" nahe steht. Die Gruppe organisiert seit März regelmäßig ähnliche Demonstrationen in Berlin.

Die Polizei kontrollierte die strengen Auflagen, die die Stadt Würzburg für die Demonstration verhängt hatte. So mussten die Demonstranten einen Mindestabstand von anderthalb Metern zueinander und auch zu Passanten einhalten.

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In mehreren deutschen Städten haben sich heute Menschen zu Demos gegen die Corona-Einschränkungen versammelt. Auch in Bayern gab es Proteste.

Kempten: Hunderte Schaulustige, Polizei muss Abstand einfordern

Bei einer Protestaktion in Kempten versammelte sich eine große Menge Schaulustiger. Angemeldet und genehmigt war eine Demonstration mit 20 Teilnehmern. Sie blieben in einem mit Absperrgittern abgetrennten Bereich.

Die Polizei schätzt, dass sich während der Aktion 300 weitere Personen vor der Residenz - außerhalb des abgesperrten Bereichs - aufgehalten haben. Manche von ihnen seien wohl Besucher des Wochenmarktes gewesen, der zeitgleich stattgefunden habe, so ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte machten Schaulustige und Demonstranten mit Lautsprecherdurchsagen auf die geltenden Abstandsregeln aufmerksam. Die Menschen seien eng beeinander gestanden, so der Polizeisprecher. Dank der Durchsagen habe die Polizei die Abstandseinhaltung aber durchsetzen können.

Demonstranten, aber auch Schaulustige, skandierten den Ruf "Wir sind das Volk". Auf den Schildern der Protestierenden war zu lesen: "Grundrechte? Ja! Zwangsimpfungen? Nein!" Weitere Aufschriften lauteten "Freiheit" und "Es reicht! Ende des Shutdowns". Organisiert hatte die Demonstration eine Gruppe, die sich selbst als "Gruppe überzeugter Demokraten und Demokratinnen" bezeichnet. In einer Pressemitteilung betonten sie vorab, dass sie keiner politischen Partei oder Richtung angehören.

Berlin: Protest trotz Verbot, mehrere Festnahmen

Trotz eines derzeit in Berlin geltenden Demonstrations-Verbotes versammelten sich etwa 1.000 Menschen, um gegen die Corona-Einschränkungen zu protestieren - zeitweise dicht an dicht beieinander stehend.

Die Polizei forderte die Teilnehmer mehrfach über Lautsprecher auf, den Ort zu verlassen. Einzelne Personen wurden festgenommen. Nach und nach zerstreute sich am Nachmittag die Menge.

Die Protestierer gehörten verschiedenen politischen Strömungen an. Unter ihnen waren bekannte Rechtspopulisten, AfD-Politiker, Verschwörungstheoretiker, aber auch sehr viele Menschen ohne deutlich erkennbare politische Ausrichtung. Manche Menschen saßen meditierend auf dem Boden.

Stuttgart: Initiative überwindet Demo-Verbot mit Eilantrag

Zwischen 350 und 500 Menschen folgten in Stuttgart dem Aufruf der Initiative "Querdenken" und versammelten sich auf dem Schlossplatz. Bei der als "überparteilich" bezeichneten Demonstration forderte Initiator Michael Ballweg die Einhaltung der Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Glaubensfreiheit.

Die Demonstration fand bereits zum dritten Mal statt. Nach einem ersten Verbot der Stadt hatte die Initiative vor einer Woche trotzdem demonstrieren dürfen, weil das Bundesverfassungsgericht einem Eilantrag gegen das Verbot stattgegeben hat.

Proteste auch an der deutsch-polnischen Grenze

An der deutsch-polnischen Grenze sind am Freitagabend mehrere Hundert Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Grenzschließung durch die polnische Regierung zu protestieren. Warschau hatte den Schritt mit der Corona-Pandemie begründet.

In der Görlitzer Nachbarstadt Zgorzelec seien es rund 300 Menschen gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur PAP. In den Grenzstädten Slubice bei Frankfurt (Oder), Rosowek in Westpommern und Gubin in der Niederlausitz habe es Demonstrationen mit jeweils mehr als hundert Teilnehmern gegeben.

(mit Material von dpa)

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Hunderte Polen haben am Freitagabend auf beiden Seiten der Grenze zu Deutschland demonstriert. Sie fürchten um ihren Arbeitsplatz in der Bundesrepublik.

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