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Zahlreiche Holzöfen müssen 2020 modernisiert oder ersetzt werden | BR24

© BR/Severin Vogl

Blick ins Innnere eines Münchner Doppelhauses mit einem modernen Holzofen

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    Zahlreiche Holzöfen müssen 2020 modernisiert oder ersetzt werden

    Für ihre Besitzer schaffen sie ein angenehmes Wohnambiente – für die Umwelt sind sie aber eher gefährlich: Holzöfen und Kamine. Das liegt vor allem am Feinstaub, den sie ausstoßen. Viele Anlagen müssen deshalb bald erneuert oder stillgelegt werden.

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    Sie emittieren Unmengen von gesundheitsschädlichem Feinstaub: Holzöfen, die nicht den aktuellen Immissionsschutzvorgaben entsprechen. Das trifft vor allem auf ältere Modelle zu. Sie müssen bis Ende des Jahres ersetzt, mit einem Filter ausgestattet oder stillgelegt werden. Betroffen sind davon rund zwei Millionen Anlagen. In der Regel wurden deren Besitzer durch den Schornsteinfeger aber schon darauf hingewiesen.

    Jetzt sind Holzöfen aus den Jahren 1985 bis 1994 dran

    Konkret geht es bis Ende des Jahres um Holzöfen, die zwischen 1984 und 1995 zugelassen wurden – bei Öfen aus den Jahren davor musste schon bis 2018 gehandelt werden. Das Jahr der Zulassung lässt sich in der Regel auf dem Typenschild ablesen – wenn es nach Jahrzehnten des Betriebs noch lesbar ist.

    Nutzer müssen nachweisen, dass diese Öfen die Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid einhalten, die die Bundesimmissionsschutzverordnung vorgibt. Das geht durch eine Bescheinigung des Herstellers oder durch eine Messung des Kaminkehrers hervor. Erfüllt der Ofen die Vorgaben nicht, muss er ersetzt werden, einen Filter bekommen oder stillgelegt werden.

    Holzöfen ersetzen gilt meist als beste Lösung

    Etliche Fachleute raten dazu, alte Öfen, die die aktuellen Grenzwerte nicht einhalten, durch neue Anlagen zu ersetzen. Auf Dauer könne das nicht nur die beste Lösung bei der Feinstaub- und Kohlenmonoxidreduzierung sein, sondern auch die günstigste. Filterlösungen verursachten weitere Kosten durch ihren Betrieb, ebenso die Abgasmessungen vor und nach dem Einbau. Außerdem helfen die Filter nicht, die vorgegebenen Kohlenmonoxidwerte einzuhalten. Hinzu komme, dass neuere Öfen auch deutlich weniger Brennstoff benötigen.

    Aktive und passive Filter säubern Rauchgas bei Holzöfen

    Wer sich gegen einen neuen Ofen entscheidet, muss seinen alten entweder stilllegen oder mit einem Partikelfilter nachrüsten. Diese gibt es als aktive Filter, die von einem Fachmann eingebaut werden müssen und einen Stromanschluss brauchen, und als passive Filter. Die sind deutlich günstiger in der Anschaffung, müssen aber regelmäßig gereinigt und ausgetauscht werden – das verursacht auf Dauer auch recht hohe Kosten. Die Filterlösung ist deshalb vor allem für besonders teure Altanlagen, beispielsweise aufwändige Kachelöfen, geeignet.

    Nicht betroffen sind offene Kamine, historische Öfen und Herde

    Keine Regel aber ohne Ausnahme: ausgenommen von den Grenzwert-Vorgaben der Bundesimmissionsschutzverordnung sind historische Öfen, Kochherde und offene Kamine, genauso wie alle Kamine und Öfen, die die einzige Heizquelle in einer Wohnung oder einem Haus sind.

    Holzöfen stoßen große Mengen Feinstaub aus

    Alle Holzkleinfeuerungsanlagen in Deutschland zusammen, stoßen, dem Umweltbundesamt zufolge, mehr als doppelt so viel Feinstaub aus, wie der gesamte Straßenverkehr. Eine nicht ungefährliche Angelegenheit:

    "In der Praxis entstehen zum Beispiel schädliche Stickstoff- und Schwefeloxide, Kohlenmonoxid, Salzsäure und Feinstaub. Die winzig kleinen Feinstaubpartikel werden eingeatmet – das kann das Herz-Kreislauf-System belasten oder zu Bronchitis und Asthma führen. Feinstaub steht außerdem im Verdacht, Krebs auszulösen. Bei unvollständiger Verbrennung können zudem Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK ) in Asche und Abluft entstehen." Umweltbundesamt

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