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Zahlreiche Festnahmen bei Massenprotesten in Belarus | BR24

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Wieder haben heute in der Hauptstadt von Belarus Zehntausende demonstriert: Sie folgen einem Aufruf der Opposition. Der sogenannte "Marsch der Helden" ist unter anderem der inhaftierten Regime-Gegnerin Kolesnikowa gewidmet.

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Zahlreiche Festnahmen bei Massenprotesten in Belarus

Trotz Demonstrationsverbots und Gewalt gegen Demonstranten gingen in Belarus mindestens 100.000 Menschen gegen die Regierung von Präsident Lukaschenko auf die Straße. Dabei kam es zu Gewalt gegen Demonstranten und zu zahlreichen Festnahmen.

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Trotz Demonstrationsverbot: Mindestens 100.000 Demonstranten gingen in der belarussischen Hauptstadt Minsk heute auf die Straße, um gegen Präsident Alexander Lukaschenko und seine Regierung zu protestieren. Dabei wurden zahlreiche Demonstranten verhaftet. Die Polizei habe rund 250 Menschen in Gewahrsam genommen, so die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das belarussische Innenministerium. Dabei soll die Polizei gegen die Demonstranten, auch gegen Frauen, mit äußerster Härte vorgegangen seien. Die belarussische Armee ist ebenfalls im Einsatz.

Trotz immer härterer Gewalt: Immer neue Proteste

Seit Tagen kommt es in Minsk zu immer neuen Protesten gegen die Regierung. Gestern forderten die Demonstranten erneut die Freilassung inhaftierter Oppositioneller, darunter der Führungsfigur Maria Kolesnikowa. Auch in anderen Städten des Landes gab es Proteste. Viele Menschen trugen die historische weiß-rot-weiße Flagge von Belarus, die zu einem Wahrzeichen der Demokratiebewegung geworden ist. Im Nachrichtennetzwerk Twitter veröffentlichte die belarussische Journalistin Hanna Liubakova ein Video der Proteste in Minsk. Dazu schreibt sie: "Trotz der Festnahmen und der Repressalien gehen die Leute wieder und wieder auf die Straße - und zwar im ganzen Land."

Forderung von Neuwahlen und Rücktritt Lukaschenkos

Auslöser für die anhaltenden Konflikte war die umstrittene Präsidentschaftswahl in Belarus Anfang August, die den autoritär regierenden Alexander Lukaschenko angeblich mit über 80 Prozent der Wählerstimmen in seinem Amt bestätigte. Oppositionelle und deren Unterstützer beklagen Wahlbetrug und verlangen den Rücktritt Lukaschenkos, den dieser verweigert. Seither kommt es in Belarus nahezu täglich zu Protesten. Die meisten Demonstranten sehen in der Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja die eigentliche Wahlsiegerin. Tichanowskaja ist aus Sicherheitsgründen nach Litauen ausgereist.

Minsk: Mobilnetz abgeschaltet, Metro gesperrt, Innenstadt abgeriegelt

Die Regierung Lukaschenko versucht mit allen Mitteln, die Proteste zu unterbinden: So wurde das mobile Internet abgeschaltet, um den Menschen die Kommunikation über Demonstrationstreffpunkte zu erschweren. Metrostationen sind gesperrt. Der Platz der Unabhängigkeit ist laut Deutscher Presse-Agentur abgeriegelt. Der Palast der Republik im Stadtzentrum ist von Metallgittern mit Stacheldraht umgeben.

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