Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Zahl der Masern-Fälle weltweit um 300 Prozent gestiegen | BR24

© BR

Zahl der Masern-Erkrankungen deutlich gestiegen

4
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Zahl der Masern-Fälle weltweit um 300 Prozent gestiegen

Die Masern breiten sich in diesem Jahr nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weltweit stark aus. Von Januar bis Mitte April 2019 seien nach vorläufigen Daten 112.000 Fälle der schweren Infektionskrankheit in 170 Ländern erfasst worden.

4
Per Mail sharen
Teilen

Nach zahlreichen Masern-Ausbrüchen weltweit hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 2019 erste alarmierende Zahlen vorgelegt. Die Zahl der von Januar bis März gemeldeten Fälle liege viermal so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, berichtete die WHO in Genf.

170 Länder meldeten demnach zusammen rund 112.000 Erkrankungen, verglichen mit 28.000 im Vorjahreszeitraum. Die tatsächliche Zahl liege noch deutlich höher, warnte die WHO. Sie geht davon aus, dass nur jeder zehnte Fall gemeldet wird.

Viele Länder stark betroffen

Besonders stark breiten sich die Masern laut WHO derzeit in folgenden Ländern aus: Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Georgien, Kasachstan, Kirgisitan, Madagaskar, Myanmar, Philippinen, Sudan, Thailand und Ukraine. Unter den Toten infolge von Masern seien viele Kinder.

Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Zahl der Fälle nach vorläufigen WHO-Zahlen verdoppelt. Eine WHO-Expertin schätzte die tatsächliche Gesamtzahl für 2018 auf mehr als zwei Millionen. Bis 2016 waren die Zahlen weltweit noch rückläufig.

Zu geringer Impfschutz

Die WHO macht einen geringen Impfschutz für die starke Ausbreitung der Masern mitverantwortlich. Viele Menschen in abgelegenen Gebieten oder in Konfliktregionen seien für Impfteams schwer oder überhaupt nicht zu erreichen. Zudem habe das Vertrauen in die Immunisierung in vielen Ländern abgenommen. Der Vertrauensschwund sei auch durch gezielte Desinformation verursacht, erklärte die WHO.

Den Angaben zufolge starben 2017 rund 110.000 Menschen an den Masern, die durch Viren übertragen werden.

💡 Was sind Masern?

Masern sind eine Viruserkrankung, die schneller übertragen wird als etwa die Grippe oder Ebola. Wenn ein Infizierter niest oder hustet, bleiben die Viren noch zwei Stunden aktiv. Eine Infektion kann also noch erfolgen, wenn gar kein Infizierter mehr im Raum ist. Die Krankheit äußert sich mit hohem Fieber und später dann mit rotem Hautausschlag. Zudem können lebensgefährliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung auftreten, insbesondere bei ohnehin abwehrgeschwächten Menschen wie Säuglingen oder Senioren.