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Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt deutlich | BR24

© dpa-Bildfunk/Bernat Armangue

Behandlung eines Corona-Patienten auf einer Intensivstation

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    Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt deutlich

    Binnen zehn Tagen hat sich die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden, auf rund 1.200 verdoppelt. Noch gibt es aber keinen Engpass. Die Kliniken seien "hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein", heißt es von Verbandsseite.

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    Aus dem Intensivregister der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) geht hervor, dass derzeit 1.203 Patienten mit einer Corona-Infektion intensivmedizinisch betreut werden. Vor zehn Tagen waren es nur 602. Allein von Freitag auf Samstag ist die Zahl um mehr als 80 Personen gestiegen.

    Große Reserven bei Intensivbetten

    Einen Engpass an freien Intensivbetten gibt es den Angaben zufolge aber nicht. Noch immer sind fast 8.000 Intensivbetten in Deutschland frei, außerdem besteht eine Notfallreserve von 12.758 Betten, die innerhalb einer Woche zur Verfügung gestellt werden könnten.

    Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht die Kliniken daher gut gerüstet. "Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum in einem Zeitungsinterview. Außerdem müssten nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden. "Die Kapazitäten werden noch lange reichen, ehe es bedenklich wird", erklärte Baum.

    Damit das in den nächsten Wochen und Monaten so bleibe, sei insgesamt sehr viel Vorsicht und sehr viel Einsatzbereitschaft gefordert, meint Baum. Die große Mehrheit der Bevölkerung sei sehr umsichtig und halte sich an die Regeln. "Aber klar ist auch, dass die schlechtere Jahreszeit dazu führt, dass wir uns beispielsweise zunehmend in Innenräumen aufhalten. Deshalb ist es an jedem Einzelnen, die Regeln zu beachten."

    Studie bemängelt fehlende Gesetze zur Triage

    Derweil warnt eine neue Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung von fehlenden gesetzlichen Regelungen, sollte es in der Corona-Pandemie zum Äußersten kommen. Für die sogenannte Triage, bei der Ärzte bei Versorgungsengpässen entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer nicht, gibt es in Deutschland - wie in vielen anderen europäischen Ländern auch - lediglich Empfehlungen und diese widersprächen sich zum Teil.

    "Das Bestreben, möglichst viele Menschenleben zu retten, stößt sich mit der Vorgabe des Grundgesetzes, dass jedes Leben gleich wertvoll sei und das eine nicht gegen das andere abgewogen werden dürfe", sagte Studienautorin Katja Gelinsky der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Hinzu kämen diverse Gesetze, die von Medizinern zu beachten seien und einen Handlungsrahmen absteckten, aber eben nicht die entscheidende Frage beantworteten, "wie medizinische Ressourcen, die nicht für alle Erkrankten ausreichen, zuzuteilen sind". Eine Antwort nach den klassischen medizinischen Kriterien helfe nicht weiter, es gehe um eine "normative Wertung".

    Rund ein Viertel der Intensivpatienten gestorben

    Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden dem Divi zufolge 19.451 mit dem Coronavirus infizierte Personen intensivmedizinisch behandelt. Davon starben 4487, was einem Anteil von 23 Prozent entspricht.

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