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Zahl der Asylanträge sinkt um 16 Prozent | BR24

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Horst Seehofer

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Zahl der Asylanträge sinkt um 16 Prozent

Die Zahl der Asylbewerber ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Nur noch 162.000 Erstanträge wurden gestellt. Am Ziel sei man aber noch nicht, sagt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

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Insgesamt ist Horst Seehofer zufrieden: "Wir haben das Zuwanderungsgeschehen in den Griff bekommen", sagte der Bundesinnenminister bei der Vorstellung der neuen Migrationsstatistik.

Insgesamt wurden 2018 rund 186.000 Asylanträge gestellt. Das waren 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Darunter sind allerdings auch Folgeanträge, also Anträge von Bewerbern, die schon einmal gescheitert waren. Zieht man sie ab, bleiben für das Jahr 2018 noch 161.931 Anträge.

Herkunftsländer sind vor allem Syrien, Irak und Afghanistan

Doch diese Zahl gibt nur bedingt Auskunft darüber, wie viele Flüchtlinge unter dem Strich nach Deutschland kamen. Zum Beispiel kehrten manche Menschen freiwillig zurück in ihre Heimat, andere wurden abgeschoben. Zusätzliche Immigration gab es durch organisierte Flüchtlingsaufnahme (Resettlement), humanitäre Sonderprogramme und Familiennachzug. Berücksichtigt man dies, kamen vergangenes Jahr unterm Strich 165.000 Flüchtlinge hinzu. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Iran.

Koalitions-Ziele eingehalten

Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sieht für die Zuwanderung eine Spanne von 180.000 bis 220.000 Menschen vor. Dass sie nicht gesprengt wurde, hebt Seehofer besonders hervor: Die Zahl der Asylbewerber habe "deutlich unter den politisch in Aussicht genommenen Zielen" gelegen. Die Regierung habe die Balance zwischen Humanität und Steuerung "in bemerkenswerter Weise" geschafft, so der CSU-Politiker. Die Maßnahmen zur Steuerung des Zuzugs hätten "ganz konkret positive Wirkung entfaltet".

Rückläufige Tendenz

Die meisten Asylanträge hatte es 2016 gegeben. Sie stammten vor allem von Menschen, die im Sommer 2015 nach Deutschland gekommen waren. Seither sinkt die Zahl der Anträge von Jahr zu Jahr.

Seehofer will mehr sichere Herkunftsstaaten

Am Ziel sei man aber noch nicht, sagte Seehofer. Bei der Integration müsse noch viel geleistet werden. Und es müsse mehr sichere Herkunftsstaaten geben. Auf Initiative des Innenministers hatte der Bundestag vorige Woche Tunesien, Marokko, Algerien und Georgien für "sicher" erklärt. Ob die Regel in Kraft tritt, hängt nun vom Bundesrat ab – und damit von den Grünen, die das Vorhaben bisher allerdings ablehnen.

Weitere Anstrengungen sind laut Seehofer nötig zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Asylrechts. Sowie bei den Abschiebungen. Erfolgreich war voriges Jahr nur rund jeder dritte Asylantrag.