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Flüchtling im Lageso in Berlin
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Verena Fücker
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Flüchtling im Lageso in Berlin

Im vergangenen Jahr sind laut Bundesinnenministerium insgesamt 185.853 Asylanträge in Deutschland gestellt worden. Das sind 16,5 Prozent weniger als im Vorjahr: 2017 waren es noch 222.683 Anträge.

2018 gab es 161.931 Erstanträge auf Asyl - und damit weniger, als CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag offiziell festgelegt haben. Demnach sollen maximal 180.000 bis 220.000 Flüchtlinge jährlich nach Deutschland kommen. Hinzu kamen 23.922 Folgeanträge im vergangenen Jahr.

Kontinuierlicher Rückgang der Flüchtlingszahlen

Damit gehen die Anträge auf Asyl in Deutschland seit 2016 kontinuierlich zurück. 2016 wurden 745.545 Asylanträge gestellt. 2015 kamen zwar mehr Flüchtlinge ins Land, es wurden jedoch laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur 476.649 Anträge auf Asyl gestellt.

Die Antragszahlen 2018 liegen auch unter denen von 2014, als es 202.834 Anträge gab. Helmut Teichmann, der zuständige Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sagte der "Bild am Sonntag": "Wir sehen seit dem Höhepunkt der Flüchtlingslage im Herbst 2015 einen kontinuierlichen Rückgang des Zugangsgeschehens nach Deutschland."

Bundesinnenministerium: "Masterplan Migration" ist Erfolg

Laut Staatssekretär Teichmann ist dafür auch der "Masterplan Migration" verantwortlich, mit dem man "die Zuwanderung ordnen, steuern und begrenzen" könne.

Über diesen Masterplan gab es im vergangenen Jahr massiven Streit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Seehofer wollte unter anderem, dass Flüchtlinge, die schon in einem anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt haben, an der deutschen Grenze abgewiesen werden können, während Merkel eine europäische Lösung bevorzugte. Der Streit drohte, die Koalition zu zerstören. Im Endeffekt setzte sich Merkel in diesem Punkt durch.