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Yücel-Urteil: "Reporter ohne Grenzen" üben harte Kritik | BR24

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In Istanbul wurde Journalist Deniz Yücel zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Für Christian Mihr von "Reporter ohne Grenzen" ist das Urteil, das mit "Propaganda" begründet wurde, Bestätigung für die Willkür-Justiz in der Türkei.

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Yücel-Urteil: "Reporter ohne Grenzen" üben harte Kritik

Nach der Verurteilung des Journalisten Deniz Yücel zu fast drei Jahren Haft schlagen die Wellen hoch: Christian Mihr von "Reporter ohne Grenzen" nannte das Urteil im BR "absurd". Er sieht darin eine Bestätigung für eine Willkür-Justiz in der Türkei.

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Der Geschäftsführer von "Reporter ohne Grenzen", Christian Mihr, spricht mit Blick auf das Urteil gegen Deniz Yücel von "Willkür-Justiz" in der Türkei. Die Vorwürfe gegen den Journalisten seien "absurd" und hätten "gar keine Substanz", sagte Mihr im Interview mit dem der Bayern 2-radioWelt.

Mihr lobt Bundesregierung - und kritisiert sie

Dass das türkische Verfassungsgericht im vergangenen Jahr zu einer ganz anderen Einschätzung von Yücels Arbeit gekommen sei, zeige, "dass die türkische Justiz auch nicht komplett gleichgeschaltet ist". Somit hätte der Reporter nun eigentlich komplett freigesprochen werden müssen.

Mihr lobte die Bundesregierung dafür, dass sie "auf der Arbeitsebene" den Einsatz für verfolgte Journalisten unterstütze. "Aber auf der politischen Ebene hat man schon den Eindruck, dass man zumindest geneigt ist, sich damit zu arrangieren."

Die Türkei sei immer noch EU-Beitrittskandidat. "Ich glaube, genau diese Beitrittsverhandlungen bieten auch eine Chance, trotzdem eine deutliche Sprache zu sprechen." Finanzielle Unterstützungen müssten immer Freiheitsrechte gekoppelt werden.

Urteil: Mehr als zwei Jahre Haft

Knapp zweieinhalb Jahre nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft in der Türkei ist Deniz Yücel gestern wegen - wie es hieß - Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Istanbul verurteilte ihn zu einer Strafe von zwei Jahren, neun Monaten und 22 Tagen. Vom Vorwurf der Volksverhetzung und der Propaganda für die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen wurde Yücel freigesprochen.

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