Yeezy-Sneaker in einer Adidas-Filiale in Miami
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Yeezy-Sneaker in einer Adidas-Filiale in Miami

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Yeezy-Streit: Adidas will Sneaker verkaufen und Geld spenden

Ein halbes Jahr nach der Trennung von US-Rapper Kanye West sitzt Adidas weiter auf "Yeezy"-Sneakern im Wert von 500 Millionen Euro. Jetzt gibt es eine Lösung. Nicht nur diese stellte der neue Adidas-Chef Björn Gulden auf der Hauptversammlung vor.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Aktionärs-Hauptversammlungen sind unberechenbar: Bei Volkswagen flog diese Woche eine Torte in Richtung Wolfgang Porsche. Bei Adidas kochten schon im Vorfeld wegen der weiter ungelösten Kanye West-Probleme die Emotionen hoch. Nach der Rede des neuen Adidas-Chefs Björn Gulden hatten viele Aktionärs-Vertreter in der Fürther Stadthalle aber ein Problem mit ihren Rede-Manuskripten, denn in denen wurde durchgängig eine Lösung der Yeezy-Frage gefordert – und die deutete Gulden dann schon zu Beginn überraschend an: Adidas versucht nun doch, Teile der zusammen mit Kanye West designten Sneaker zu verkaufen. Aus den Erlösen will der Konzern Geld spenden an Menschen und Organisationen, die durch die antisemitischen Äußerungen des US-Rappers verletzt wurden.

Vernichtung der Sneaker vom Tisch

Endgültig entschieden sei dies jedoch noch nicht, so Gulden. Aber nach Gesprächen mit vielen Organisationen sei eine Vernichtung der Sneaker vom Tisch. Die Yeezy-Frage war auch deswegen so immens kompliziert, weil Kanye West von einem Verkauf der Schuhe finanziell profitieren wird. Ihm stehe sein Teil zu, sagte Björn Gulden schon vorab.

Aktionäre: "Packen Sie es an!"

Mit diesen Nachrichten konnte Gulden bei der Hauptversammlung in der Fürther Stadthalle punkten. Er hatte die Anleger aber ohnehin schon auf seiner Seite. Er sei ein Hoffnungsträger, man spüre seine positive Energie, "packen Sie es an", hieß es in den Wortmeldungen. Desaströs fiel dagegen das Urteil über die Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren aus. Das Unternehmen habe zu spät auf die Probleme mit Kanye West reagiert, sei zu schlecht durch die Pandemie gekommen und ein Sanierungsfall. Björn Gulden gab sich zuversichtlich, dass das alles wieder wird. Dabei blieb er aber gewohnt bodenständig: Zuerst werde es schlechter, dann besser, so der neue Adidas-Chef.

Gulden will Adidas breiter aufstellen

In seiner Antrittsrede vor den Aktionärsvertretern kündigte der Norweger dann auch eine Abkehr von der bisherigen Unternehmensstrategie an. Sein Vorgänger Kasper Rorsted hatte seinem Ruf als Margen-Optimierer alle Ehre gemacht und versucht, noch mehr Euro aus jedem verkauften Schuh herauszuholen. Gulden verkündete nun, den Hauptkonkurrenten Nike in Punkto Profitabilität zu schlagen, sei nicht sein Ziel. Er will Adidas wieder breiter aufstellen. Die drei Streifen sollen wieder in vielen verschiedenen Sportarten zu sehen sein und nicht nur in den allergrößten wie Fußball oder Basketball.

Vom Fehleinkauf zum Spitzenmanager

Bei seinem ersten Auftritt als Chef bei der Adidas-Hauptversammlung gab sich der 57-Jährige aber auch persönlich. Er sei ein "Sportromantiker" und habe neun schöne Jahre bei Puma gehabt. Dabei erwähnte er auch seine Vergangenheit als Fußballprofi beim 1. FC Nürnberg in den 1980er Jahren Dabei bezeichnete er sich selbst als einen der Fehleinkäufe des Vereins. Gulden spielte nur vier Mal und schoss ein Tor.

Rapper Kanye West
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Oktober 20022: Nach Antisemitismus-Vorwürfen trennt sich Adidas von Rapper Kanye West.

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