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Wurstprodukte nach zwei Todesfällen zurückgerufen | BR24

© picture alliance/Uwe Zucchi/dpa

Wurstfirma nach zwei Todesfällen durch Bakterien geschlossen

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    Wurstprodukte nach zwei Todesfällen zurückgerufen

    Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren werden weltweit alle Produkte des hessischen Herstellers zurückgerufen. Mittlerweile ist klar: auch Bayern ist betroffen.

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    Ein Wurstbetrieb im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg ist nach zwei Todesfällen durch Bakterien vorerst geschlossen worden. Laut Landkreis gibt es 37 weitere Krankheitsfälle, die mit den Waren der Wurstfabrik in Zusammenhang stehen könnten. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) habe einen unmittelbaren Zusammenhang zum Tod der beiden älteren Menschen aus Hessen ergeben.

    In Produkten des Betriebs Wilke Wurstwaren in Twistetal-Berndorf wurden in mehreren Fällen Listerien nachgewiesen. Listerien sind Bakterien, die zu Durchfall und Fieber führen können. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie lebensgefährlich sein.

    Von dem Rückruf sind sämtliche Produkte des Unternehmens mit Ausnahme von Vollkonserven betroffen. Die betroffenen Waren seien durch das ovale Kennzeichen "DE EV 203 EG" eindeutig zu identifizieren, teilte das Unternehmen mit.

    Wahrscheinlich auch an Handelsketten geliefert

    Mittlerweile ist die Warnung auch auf www.lebensmittelwarnung.de, dem Portal der Bundesländer und des Bundesverbraucherschutzministeriums, zu finden. Bis zum Mittwoch Nachmittag fehlten der Warnhinweis und auch Informationen über die Verbreitung der möglicherweise belasteten Ware.

    Da der Wurstbetrieb seine Waren über den Großhandel vertreibe, könne davon ausgegangen werden, dass sie in das gesamte Bundesgebiet und auch ins Ausland geliefert worden seien, "teilweise auch in Handelsketten", erläuterte ein Sprecher des Landkreises Waldeck-Frankenberg auf Nachfrage von BR24.

    An Wursttheken und in Kantinen

    Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nennt nun Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen. Betroffen seien Waren der Fa. Wilke auch in loser Form über den Lebensmitteleinzelhandel (z. B. Wursttheken) und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung (z. B. Krankenhausküchen, Kantinen).

    Pizzasalami und Brühwurst

    Laut dem Landkreis wurden die Keime in Pizzasalami und Brühwurst nachgewiesen. Den ersten Fund in einem Wilke-Produkt habe es im März gegeben. Trotz Gegenmaßnahmen habe die Firma das Problem nicht in den Griff bekommen. Auch in den Folgemonaten habe es Beanstandungen gegeben.

    Wilke Wurstwaren blickt laut der Internetseite des Unternehmens auf eine mehr als 80-jährige Geschichte zurück und hat heute rund 200 Mitarbeiter. Pro Woche produziere die Firma rund 300 Tonnen Roh-, Brüh-, und Kochwurstartikel. Hauptabnehmer der Ware seien Großküchen, seit 2017 werde aber verstärkt auch der Lebensmitteleinzelhandel beliefert.

    (Mit Material von dpa und AFP)