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Worum geht es beim Synodalen Weg? | BR24

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Viele Gläubige in der katholischen Kirche wollen, dass auch Frauen zu Diakoninnen oder sogar Priesterinnen geweiht werden dürfen. Während der Vatikan und die Bischöfe da noch mit der Theorie hadern, sieht es in der Praxis bereits anders aus.

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Worum geht es beim Synodalen Weg?

Mit dem "Synodalen Weg" will die katholische Kirche die strukturellen Ursachen des Missbrauchsskandals aufarbeiten und einen Weg aus der Krise finden. Einige Bischöfe kündigen bereits Widerstand an.

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Am Donnerstagabend beginnt in Frankfurt der "Synodale Weg". Das ist der Reformprozess, den sich die katholische Kirche in Deutschland nach dem Missbrauchsskandal verordnet hat. In den Beratungen soll es vor allem um die strukturellen Ursachen der Krise gehen, in der die Kirche seit Jahren steckt.

Themen: Zölibat, Machtverteilung, Rolle der Frau, Sexualmoral

In den nächsten zwei Jahren wollen Bischöfe und Vertreter verschiedener Gruppen in der katholischen Kirche über den Zölibat, über die Machtverteilung in den Institutionen, über die Rolle der Frau und die Sexualmoral diskutieren. Im Frankfurter Dominikanerkloster treffen sich 69 Bischöfe und 69 Delegierte des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, dazu kommen noch Ordensleute, Vertreter der kirchlichen Mitarbeiter und der Jugend: das ganze Spektrum des Katholizismus.

Inhaltlich trennen die Teilnehmer wohl Welten: Viele Bischöfe können sich keine Ausnahmen vom Zölibat für Priester vorstellen, der bisher noch Pflicht ist. Frauen wollen über die Weihe von Priesterinnen sprechen. Kritiker des "Synodalen Wegs", wie der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, befürchten "eine Anpassung der katholischen Kirche und ihrer sakramentalen Struktur" an einen "vermeintlich aufgeklärten Mainstream".

Bischöfe behalten sich vor, Ergebnisse nicht umzusetzen

Vier Tagungen sind in den kommenden zwei Jahren angesetzt. Am Ende sollen Entscheidungen getroffen werden. Angenommen ist eine Vorlage allerdings nur dann, wenn auch zwei Drittel der Bischöfe zustimmen. Manche Bischöfe, wie der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki behalten sich aber schon jetzt vor, am Ende darüber zu entscheiden, welche Beschlüsse des "Synodalen Wegs" sie in ihrem Bistum umsetzen und welche nicht. Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken Thomas Sternberg warnt: Sollte sich der Synodale Weg als Misserfolg erweisen, werde es wahrscheinlich zu einer letzten großen Enttäuschung vieler Gläubiger führen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx will keine überzogenen Hoffnungen wecken: Man könne nicht erwarten, "dass wir in Deutschland in zwei Jahren Antworten auf theologische Fragen finden, die seit Generationen diskutiert werden".

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