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Wolf soll Arbeiter in Niedersachsen gebissen und verletzt haben | BR24

© Carsten Rehder/dpa

Schleswig-Holstein, Großenaspe: Ein Wolf steht in seinem Gehege im Wildpark Eekholt.

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    Wolf soll Arbeiter in Niedersachsen gebissen und verletzt haben

    In Niedersachsen soll ein Wolf erstmals einen Menschen angegriffen haben: Das Tier biss einen Arbeiter in die Hand. Drei weitere Wölfe beobachteten die Attacke mit etwas Abstand. Dem Opfer gelang es, das Rudel zu vertreiben.

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    Ein Wolf hat in Niedersachsen offenbar erstmals einen Menschen attackiert und verletzt. Ein Gemeindearbeiter sei bei der Pflege einer Grünanlage am Friedhof in Steinfeld nach eigener Schilderung von einem Wolf in die Hand gebissen worden, teilte die Polizei im Kreis Rotenburg am Mittwoch mit.

    Mann vertreibt Wolfsrudel

    Drei weitere Wölfe eines Rudels hätten die Aktion nach der Schilderung des 55-Jährigen mit etwas Abstand beobachtet. Der Mann habe sich befreien und die Wölfe vertreiben können. Der verletzte Arbeiter habe seine Hand verarzten lassen.

    Analyse von DNA-Material soll Klarheit schaffen

    Wenn die Schilderungen zuträfen, habe damit erstmals in Niedersachsen ein Wolf einen Menschen attackiert, sagt das Umweltministerium in Hannover. Wie Bettina Dörr, Sprecherin des vom Land betriebenen Wolfsbüros, sagte, untersuchten zwei Mitarbeiter den gemeldeten Vorfall vor Ort und sprächen mit Beteiligten.

    "Sie gucken, ob sie dort etwas finden, was den Verdacht erhärtet." Möglicherweise ließen sich DNA-Spuren sicherstellen, um zu prüfen, ob es sich tatsächlich um den Biss eines Wolfes handelt. Die Analyse von DNA-Material könne einige Tage in Anspruch nehmen.

    Kamen die Wölfe aus dem Moorgebiet?

    Wie Ortsbürgermeister Jochen Albinger sagte, habe der Arbeiter am Montag alleine an einem Zaun am Außenbereich des Friedhofs am Ortsrand gearbeitet. Dort schließe sich ein weitläufiges Moorgebiet an, in dem gelegentlich Wölfe gesichtet würden. Direkte Zeugen für den Vorfall gebe es nicht. Auch der Arzt, der die Unterarmwunde des Arbeiters behandelt habe, habe die Behörden eingeschaltet.

    Wolf soll von hinten nach der Hand geschnappt haben

    Wie der 55-Jährige bei der Polizei schilderte, habe er während seiner Arbeiten am Zaun gekniet und mit seiner Hand nach hinten gefasst. Plötzlich stellte er fest, dass sie scheinbar von hinten gehalten wurde. Er habe sich umgeblickt und einen Wolf erkannt, der nach seiner Hand geschnappt hatte. Außerdem erblickte er die drei weiteren Wölfe, die in seine Richtung guckten.

    Viele Wölfe in Niedersachsen - Politik debattiert Abschuss

    In Niedersachsen gibt es nach Angaben des Umweltministeriums vom Oktober 20 Wolfsrudel mit insgesamt 170 bis 180 Tieren. Die Landespolitik diskutiert seit längerem, inwiefern nicht nur auffällige Problemwölfe abgeschossen werden sollen, sondern die Tiere generell wieder ins Jagdrecht aufgenommen werden können. Weidetierhalter beklagen, dass Wolfsattacken auf ihre Tiere zunehmen.

    Union will Abschuss von Wölfen erleichtern

    Wenige Monate nach der Einigung der großen Koalition über den Umgang mit Wölfen forderte die Union zuletzt, den Abschuss der Tiere zu erleichtern. In einem Positionspapier der Unions-Bundestagsfraktion heißt es nach Informationen des "RedaktionsNetzwerks Deutschland", nötig seien "wolfsfreie Zonen", in denen Wölfe geschossen werden könnten.

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    • BR24 Redaktion
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