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Wohlfahrtsverbände kritisieren Bundesliga wegen Corona-Tests | BR24

© Picture Alliance/Hansjürgen Britsch

Der Ball ist ab 16. März wieder zurück auf dem Bundesliga Rasen - mit 22 Spielern, ohne Maske, dafür mit ausreichenden Tests für die Spieler.

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    Wohlfahrtsverbände kritisieren Bundesliga wegen Corona-Tests

    Der Ball rollt bald wieder – ab dem 16. Mai in der Bundesliga, möglich durch ein entsprechendes Hygienekonzept. Wohlfahrtsverbände ärgert das aber: Sie fordern präventive Corona-Tests in sozialen Einrichtungen und kritisieren die Prioritätensetzung.

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    Bevor Lewandowski, Götze und Co. das Teamtraining wiederaufnehmen, muss jeder Verein seine Spieler mindestens zweimal auf das Coronavirus getestet haben, um neue Ansteckungen zu verhindern. Zwei negative Tests sind für Spieler Voraussetzung, um in den Trainingsbetrieb zurückkehren zu können.

    Das ärgert Wohlfahrtsverbände wie die Diakonie in Bayern, allen voran deren Präsidenten Michael Bammessel: "Ich finde das kein gutes Signal, wenn man dort, wo das Geld sitzt, und das sitzt eben im Moment im Profisport, wenn da solche Tests zum Schutz der Spieler ohne weiteres möglich sind und wenn die, die Tag für Tag etwa in der ambulanten Altenpflege zu den Patienten fahren und damit auch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, wenn für die das Geld nicht da ist."

    Diakonie-Chef fordert Tests in Pflegeeinrichtungen

    Solche regelmäßigen präventiven Tests, wie sie jetzt in der Bundesliga vorgesehen sind, hätte Michael Bammessel auch gerne für seine Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten, um sie und die Senioren zu schützen. Er hätte sich deshalb nicht nur eine andere Entscheidung der Bundesregierung gewünscht, sondern auch ganz konkret Geld: "Wenn ich mir vorstelle, dass ein Fußballprofi 200.000 Euro pro Woche verdient, und wir für den Test in einem großem Pflegeheim 40.000 Euro brauchen, dann frage ich mich doch, ob das Geld nicht an der falschen Stelle eingesetzt ist", sagt Bammessel.

    VdK: Lebenswichtige Bereichen gehen vor

    Der Sozialverband VdK versteht sich als Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen, Patienten und Senioren. Auch dessen Präsidentin Verena Bentele sieht die Prioritätensetzung der Bundesregierung kritisch: "Für mich sollte man präventive Tests erst mal in Bereichen einführen, wo sie wirklich lebensnotwendig sind, wo es aber auch darum geht, Menschen wieder eine soziale Nähe zu gewährleisten, zu ermöglichen." Das wäre eben in Pflegeeinrichtungen, in Altenheimen und Einrichtungen von Menschen mit Behinderungen der Fall.

    "Damit hier eben erhöhte Sicherheit stattfindet und dann kann man über die Wiederaufnahme des Fußballbetriebs sprechen", sagt Bentele. Fußball sei wohl wichtig für viele Menschen, habe aber nichts mit der Gesundheit vieler Menschen zu tun, so Verena Bentele.

    Rückmeldung aus Heimen weniger kritisch

    Weniger kritisch ist die Stimmung in den Pflegeeinrichtungen: Ein vom BR befragter Heimleiter empfindet die "Corona-Tests für Bundesligaprofis" nicht als Zurücksetzung von Bewohnern und Mitarbeitern in den Altenheimen. Er hält präventive Tests in diesem Bereich ohnehin für schwer praktikabel, da sie für manches Heim einen riesigen Aufwand bedeuten würden. Außerdem würden auch regelmäßige Tests ein Restrisiko bergen, heißt es von einzelnen Pflegeheimen. Denn der Test bilde immer nur den Ist-Zustand ab.

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