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Wissler und Hennig-Wellsow sind neue Co-Chefinnen der Linken | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Bernd von Jutrczenka

Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow bilden das neue Führungsduo der Linkspartei. Nach der hessischen Landtagsfraktionschefin Wissler wählte der Online-Parteitag auch die thüringische Landeschefin Hennig-Wellsow zur Co-Vorsitzenden.

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Wissler und Hennig-Wellsow sind neue Co-Chefinnen der Linken

Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow bilden das neue Führungsduo der Linkspartei. Nach der hessischen Landtagsfraktionschefin Wissler wählte der Online-Parteitag auch die thüringische Landeschefin Hennig-Wellsow zur Co-Vorsitzenden.

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Die 39-jährige Vorsitzende der hessischen Linken-Fraktion, Janine Wissler, und die 43-jährige thüringische Landeschefin, Susanne Hennig-Wellsow, sind die neuen Co-Vorsitzenden der Partei. Bei einem Online-Parteitag erhielt die bisherige stellvertretende Linken-Vorsitzende Wissler 448 von 532 abgegebenen Stimmen (84,2%). Hennig-Wellsow erhielt 378 von 536 abgegebenen Stimmen (70,5%).

Hennig-Wellsow strebt ein Bundestagsmandat an und will perspektivisch neben dem Landes- auch den Fraktionsvorsitz abgegeben. Wissler legte sich vor ihrer Wahl zunächst nicht fest, ob sie den hessischen Fraktionsvorsitz behält. Die Wahl der neuen Spitze muss anschließend noch per Briefwahl bestätigt werden.

Soziale Ungleichheit: Wissler kritisiert Verschärfung durch Corona-Krise

Wissler kritisierte in ihrer Vorstellungsrede, dass Reiche in der Corona-Krise noch reicher geworden seien. Viele Menschen seien im Zuge der Krise in Existenznot geraten und müssten um ihre Zukunft bangen, während die Zahl der Millionäre steige. "Mit diesen Zuständen werden wir uns niemals abfinden", sagte Wissler. Es gehe darum, "Ohnmacht und Resignation" zu überwinden und einen "Systemwechsel für eine solidarische Gesellschaft" herbeizuführen. Von dem Parteitag solle ein Aufbruchssignal ausgehen.

Regierungsbeteiligung: "Lasst uns nicht mehr warten"

Hennig-Wellsow warb mit Nachdruck für eine Regierungsbeteiligung im Bund. "Lasst uns nicht mehr warten", sagte sie. Nicht zuletzt die Corona-Krise werfe Fragen auf, "die nicht warten können", so Hennig-Wellsow. "Sonst werden sie von anderen entschieden."

Die neue Bundesvorsitzende verwies auf die von der Linken geführte Landesregierung in Thüringen. Dort habe ihre Partei es geschafft, "einen mit faschistischen Stimmen gewählten Ministerpräsidenten aus dem Amt zu vertreiben", sagte Hennig-Wellsow mit Blick auf die mit AfD-Hilfe erfolgte zwischenzeitliche Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich. Sie fühle "Abschiedsschmerz", das Team um den Linken-Ministerpräsidenten Bodo Ramelow zu verlassen, sagte Hennig-Wellsow.

Wissler und Hennig-Wellsow lösen die bisherigen Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger ab. Sie hatten die Linke seit 2012 geführt und wollten eigentlich bereits im vergangenen Juni ihre Amtszeit beenden, aber wegen Corona wurde der Parteitag seitdem zweimal verschoben. Bei dem Online-Treffen wird an diesem Samstag auch über die Neubesetzung der Stellvertreterposten, des Bundesgeschäftsführers und des Bundesschatzmeisters abgestimmt.

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