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Wissenschaftler präsentieren "No-Covid-Strategie" | BR24

© picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Bundeskanzleramt: Am Montagabend wurden hier Wissenschaftsvorträge zu den neuen Corona Mutationen gehört - als Grundlage für weitere Maßnahmen.

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    Wissenschaftler präsentieren "No-Covid-Strategie"

    Die Infektionszahlen auf Null drücken, Grüne Zonen einrichten und neue Fälle konsequent eindämmen– mit dieser Strategie wollen 13 renommierte Wissenschaftler die Corona-Pandemie bezwingen. Ihr Papier mit den entsprechenden Vorschlägen liegt BR24 vor.

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    Von
    • Achim Wendler

    Die Forscher drängen die Politik kurz vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz zu entschlossenem Handeln. Den aktuellen Umgang mit Corona bezeichnen sie als "Eiertanz-Situation". In drei Schritten wollen die Wissenschaftler die Pandemie ihrem Papier zufolge in den Griff bekommen.

    Phase 1: Infektionen "auf Null"

    Zunächst müssten die Infektionszahlen "auf Null" gesenkt werden. In anderen Ländern wie Australien und Neuseeland sei das durch klare Zielvorgaben gelungen. Auch Deutschland habe nach der ersten Welle nurmehr eine Inzidenz von nur 2,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen gehabt. "Es ist also möglich", heißt es in dem Papier. "No-Covid führt uns heraus aus den Zyklen der Wiedereinführung und Aufhebung von Verboten und Grundrechtseinschränkungen." Um die Inzidenz zunächst auf 10 zu drücken, veranschlagen die Forscher "wenige Wochen".

    Phase 2: "Grüne Zone"

    Wo dies erreicht ist, können den Forschern zufolge "Grüne Zonen" eingerichtet werden. Dort könnten die Menschen "zur Normalität zurückkehren". Außerhalb dieser Zonen müsse es weiter "strikte Kontakt- und Mobilitätsbeschränkungen" geben. Zur Strategie gehörten außerdem Quarantäne-Regeln, eine effiziente Teststrategie und eine Impfkampagne. Ziel sei es, die "Grüne Zone" nach und nach immer weiter auszudehnen - letztlich über ganz Europa.

    Phase 3: "No-Covid" halten

    Schließlich gelte es, die "Grünen Zonen" zu erhalten. Die entscheidenden Elemente seien Tests an Orten mit hohem Publikumsverkehr, die langsame Öffnung des öffentlichen Lebens in klar definierten Schritten sowie die "schnelle, lokal begrenzte Wiedereinführung von Maßnahmen", falls es neue Infektionen gibt.

    Das Papier trägt den Titel "Eine neue proaktive Zielsetzung für Deutschland zur Bekämpfung von Sars-Cov-2". Unterzeichnet haben es 13 namhafte Wissenschaftler, unter ihnen die Virologin Melanie Brinkmann, der Soziologe Heinz Bude und der Wirtschaftsforscher Clemens Fuest.

    Momentane Maßnahmen sind Ergebnis von "Kompromisslinien"

    Die aktuelle Corona-Politik kritisieren die Verfasser in mehrerlei Hinsicht. So werde beispielsweise der Schutz vulnerabler Gruppen "nicht flächendeckend umgesetzt". Testkonzepte würden nur als Angebot formuliert, nicht als Verpflichtung. Weiter schreiben die Forscher, Häufigkeit und Qualität der geforderten Testungen orientierten sich oft an Kompromisslinien. "Das Virus kennt aber keine Kompromisse, sondern nutzt diese aus."

    Impfziel von 25 Millionen entlaste Deutschland kein bisschen

    Abschließend räumen die Wissenschaftler noch mit einigen "Mythen" auf. Darunter die Annahme, die Impfungen würden Corona rasch beenden. Mit den erwarteten 25 Millionen Impfungen bis Juni werde Deutschland "die Intensivstationen voll und kaum Lockerungen haben".

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