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Wissenschaftler: Fahrverbot allein reicht nicht für saubere Luft | BR24

© dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow

Ein Auto stößt während dem ersten Feinstaubalarm im Jahr 2019 Abgase aus.

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    Wissenschaftler: Fahrverbot allein reicht nicht für saubere Luft

    Die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina empfiehlt eine nachhaltige Verkehrswende. Dabei solle der Schwerpunkt mehr auf Feinstaub als auf Stickstoffoxiden liegen. Kleinräumige Diesel-Fahrverbote brächten keine wesentliche Entlastung.

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    Die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina rät zu einer bundesweiten Strategie zur Luftreinhaltung und empfiehlt eine nachhaltige Verkehrswende. Von "kurzfristigen oder kleinräumigen Maßnahmen", etwa von Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge, sei keine wesentliche Entlastung zu erwarten, heißt es in einer Stellungnahme. Außerdem solle der Schwerpunkt mehr auf Feinstaub als auf Stickstoffoxiden liegen.

    Stickstoffoxide könnten die Symptome von Lungenerkrankungen wie Asthma verschlimmern und trügen zur Bildung von Feinstaub und Ozon bei, heißt es weiter in dem Bericht. Feinstäube könnten unter anderem Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Lungenkrebs verursachen.

    Stickstoffoxide stammen vor allem aus Diesel-Abgasen. In vielen Städten werden Grenzwerte überschritten, Gerichte haben deswegen Fahrverbote verhängt.

    Wissenschaftler: Feinstaub ist deutlich schädlicher

    Die derzeitige Verengung der Debatte auf Stickstoffdioxid sei nicht zielführend, heißt es in der Stellungnahme der Wissenschaftler. Feinstaub sei deutlich schädlicher für die Gesundheit. Daher müssten die Anstrengungen zur Luftreinhaltung auf die Feinstaub-Reduktion konzentriert werden. Weder für Stickstoffdioxid noch für Feinstaub aber sei eine exakte Grenzziehung zwischen gefährlich und ungefährlich möglich - im Sinne eines Schwellenwertes, unterhalb dessen keine Gesundheitseffekte zu erwarten sind.

    Expertise von 20 Professoren

    Vor allem der seit 2010 verbindliche EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft war in die Kritik geraten. Eine Gruppe von Lungenärzten hatte die Debatte angestoßen, indem sie den gesundheitlichen Nutzen der Grenzwerte anzweifelte. Dagegen gab es aber breiten Widerspruch deutscher und internationaler Experten. Ende Januar hatte die Bundesregierung angekündigt, die Leopoldina um eine Stellungnahme zu bitten. Einer Arbeitsgruppe gehörten 20 Professoren aus zwölf Fachgebieten an.