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Wirtschaftsministerium ermittelt gegen EY | BR24

© picture alliance / Sven Simon

Buerogebaeude Ernst &Young, EY GmbH Wirtschaftspruefungsgesellschaft in Muenchen

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    Wirtschaftsministerium ermittelt gegen EY

    Warum haben die Kontrolleure von EY Wirecard jahrelang positive Bilanzen bescheinigt? Jetzt wurde bekannt, dass im Wirtschaftsministerium schon seit Monaten Untersuchungen gegen die Prüfer laufen.

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    Die beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelte Wirtschaftsprüfer-Aufsicht Apas ermittelt im Wirecard-Bilanzskandal gegen EY. "Wir können bestätigen, dass derzeit ein Prüfverfahren bei der Apas läuft", teilte das Ministerium mit.

    Zuerst hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. Die Zeitung zitierte dabei aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums. Insidern zufolge hat das CDU-geführte Ministerium den Bericht Ende vergangener Woche an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages übermittelt.

    Laut "Handelsblatt" untersucht die Apas sämtliche Jahres- und Konzernabschlussprüfungen von Wirecard ab 2015 durch EY "auf die Einhaltung der gesetzlichen und berufsrechtlichen Vorgaben".

    Seit Oktober laufen Ermittlungen

    Nach Berichten in der "Financial Times" seien im Oktober 2019 Ermittlungen zu Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung eingeleitet worden, so das Ministerium. Im Mai 2020 seien diese dann nach der Sonderprüfung von KPMG in ein förmliches Berufsaufsichtsverfahren überführt worden. Dieses dauere noch an.

    EY wird heftig kritisiert, weil die Wirtschaftsprüfer Wirecard jahrelang eine korrekte Bilanz bescheinigten. Der Zahlungsdienstleister hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte das Unternehmen einräumen müssen, dass in der Bilanz aufgeführte Gelder von 1,9 Milliarden Euro nicht auffindbar seien, die vermeintlich auf asiatischen Bankkonten lagerten.

    Die Staatsanwaltschaft München ermittelt in dem Fall und geht von gewerbsmäßigem Bandenbetrug aus. Es ist einer der größten Skandale in der Finanzbranche überhaupt.

    "Wir arbeiten mit allen Behörden zusammen"

    "Wir unterstützen alle behördlichen Untersuchungen im Fall Wirecard und arbeiten mit allen zuständigen Behörden und Aufsichtsstellen vollumfänglich zusammen", sagte ein EY-Sprecher. "Auch uns ist daran gelegen, dass die Vorgänge umfassend, rückhaltlos und rasch aufgeklärt werden."

    EY habe im Rahmen der Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019 Fälschungen entdeckt. "Dies wurde den zuständigen Behörden sowie dem Unternehmen und seinem Aufsichtsrat mitgeteilt."

    Es gebe deutliche Hinweise, dass es sich um einen umfassenden Betrug handele, an dem mehrere Parteien rund um die Welt und in verschiedenen Institutionen mit gezielter Täuschungsabsicht beteiligt gewesen seien.

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