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Wirecard: SPD-Finanzexpertin rechnet mit Untersuchungsausschuss | BR24

© ARD/Uwe Lueb

Der Skandal bei Wirecard wird möglicherweise zu einem Thema für einen Untersuchungsausschuss in Berlin. Der SPD-Finanzexpertin Cansel Kiziltepe zufolge läuft alles gerade darauf hinaus. Auch Vertreter des Kanzleramtes müssten dann gehört werden.

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Wirecard: SPD-Finanzexpertin rechnet mit Untersuchungsausschuss

Der Skandal bei Wirecard wird möglicherweise zu einem Thema für einen Untersuchungsausschuss in Berlin. Der SPD-Finanzexpertin Cansel Kiziltepe zufolge läuft gerade alles darauf hinaus. Auch Vertreter des Kanzleramtes müssten dann gehört werden.

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Die Sondersitzung des Finanzausschusses zu Wirecard in der kommenden Woche wird nicht die erste und nicht die letzte Sitzung der Politik dazu sein. Davon geht Cansel Kiziltepe aus, stellvertretende finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied im Finanzausschuss. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF sagte sie, sie glaube, es laufe auch alles auf einen Untersuchungsausschuss hinaus. Notwendig sei eine "Offenlegung über die Jahre hinweg". Dabei müssten dann auch Vertreter des Kanzleramtes befragt werden, möglicherweise auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Aufklärungbedarf bei Wirecard über mehrere Jahre

Der Klärungsbedarf, was bei Wirecard gelaufen ist, gehe über die aktuellen Entwicklungen hinaus. "Wir wollen auch eine Offenlegung, eine Dokumentation über die Jahre hinweg." Es handle sich um keine neue Geschichte, das laufe seit 2014, 2015, so Kiziltepe.

Deshalb nimmt sie auch ihren Parteikollegen Olaf Scholz in Schutz, der nicht die Gesamtverantwortung trage. Andere Ressorts stünden ebenfalls in der Verantwortung. "Da waren andere Personen, Finanzminister, Staatssekretäre. Es geht darum, wer geht wo wann und wie ein und aus und welche Gespräche wurden dazu geführt." Gemeint sind der frühere Finanzminister Schäuble und Ex-Staatssekretär Spahn, beide CDU.

Finanzausschuss wird Scholz und Altmaier befragen

Kommende Woche werden in einer Sitzung des Finanzausschusses Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier befragt werden. Der Politik wird unterstellt, im Vorfeld des Finanzskandals bei Wirecard nicht genau genug hingeschaut zu haben. Auch die Aufsichtsbehörde Bafin könnte dabei Fehler gemacht haben.

Forderung nach Lobbyregister

Kiziltepe fordert darüber hinaus ein Lobbyregister in Berlin. Die Vorgänge zeigten, dass das nötig sei. Interessenvertreter von Wirecard hatten beispielsweise Gespräche mit hochrangigen Mitarbeitern im Kanzleramt führen können, das sich dann auch offenbar für Wirecard eingesetzt hat. Kontakte, die offengelegt werden müssten. Ähnliches gilt für das Finanzministerium, das sich wohl für Wirecard stark gemacht hat.

Auch Opposition ist bei Wirecard für Untersuchungsausschuss

Aber nicht nur die SPD-Politikerin geht von einem Untersuchungsausschuss aus. Auch der Linke-Fraktionsvize Fabio De Masi fordert ihn. Er hatte zuvor schon gesagt: "Die Affäre Wirecard wird immer undurchsichtiger." Ein Untersuchungsausschuss müsse deshalb erzwungen werden.

Der FDP-Obmann Florian Toncar hatte gestern gesagt, ein Untersuchungsausschuss "liegt in der Luft". Zuvor schon hatte der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler im BR-Interview einen Untersuchungsausschuss gefordert.

Wirtschaftsprüfer sollen geprüft werden

Neben der Politik stehen aber auch die Wirtschaftsprüfer von Wirecard im Mittelpunkt, die die Bilanzbetrügereien jahrelang nicht bemerkt haben wollen. Sie frage sich, wie Wirtschaftsprüfer "in der Art versagt" haben können, so Kiziltepe in dem Interview.

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