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Wirecard-Skandal: FDP hat "viele Fragen an Scholz" | BR24

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FDP-Politikerin Katja Hessel, Vorsitzende des Bundestagsfinanzausschusses, drängt auf Antworten im Wirecard-Skandal. Bundesfinanzminister Olaf Scholz muss sich heute im Finanzausschuss des Bundestages den Fragen der Abgeordneten stellen.

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Wirecard-Skandal: FDP hat "viele Fragen an Scholz"

FDP-Politikerin Katja Hessel, Vorsitzende des Bundestagsfinanzausschusses, drängt auf Antworten im Wirecard-Skandal. Bundesfinanzminister Olaf Scholz muss sich heute im Finanzausschuss des Bundestages den Fragen der Abgeordneten stellen.

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Was wusste das Bundesfinanzministerium mit Olaf Scholz (SPD) an seiner Spitze über die Machenschaften von Wirecard? In der Bilanz des Aschheimer Finanzdienstleisters fehlen 1,9 Milliarden Euro. Früh schon lagen Informationen über Ermittlungen wegen Marktmanipulation und Geldwäsche gegen das Unternehmen vor.

Kommt U-Ausschuss zu Wirecard?

Heute befasst sich der Finanzausschuss des Bundestags mit dem Skandal. Scholz muss Abgeordneten Rede und Antwort stehen. Dann entscheidet sich, ob ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingesetzt wird.

Für die Finanzausschussvorsitzende Katja Hessel (FDP) ist die Rolle von Scholz ungeklärt: "Wir würden vom Finanzminister schon gerne wissen, seit wann er was wusste? Warum er nicht richtig reagiert hat? Warum er nicht rechtzeitig reagiert hat?", fragt sie im Interview mit der Bayern 2-radioWelt.

Scholz, Altmaier, Merkel in der Kritik

Fragen über Fragen, betont Hessel, denn es dürfe nicht sein, dass Wirecard trotz der negativen Schlagzeilen bei der "Bundesregierung unter dem Radar geflogen" sei:

Wirtschaftsminister Altmaier soll erklären, warum sich Kanzlerin Merkel (beide CDU) in China für Wirecard stark gemacht hat. Außerdem unterliege dem Wirtschaftsministerium die Aufsicht über die Wirtschaftsprüfer, die bei Wirecard die Bilanzen geprüft haben." Katja Hessel (FDP)

Sie drängt auf Aufklärung: "Ein Untersuchungsausschuss hat ganz andere Möglichkeiten. Er kann externe Zeugen vorladen und diese befragen."

Vom Highflyer zum Milliarden-Betrüger

Wirecard galt als das deutsche Erfolgsunternehmen im Tech-und Finanz-Bereich. Doch im Juni musste das Unternehmen sogenannte Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro einräumen. Ex-Vorstandschef Markus Braun und zwei weitere Vorstände wurden verhaftet. Der als Schlüsselfigur des Skandals geltenden Vorstand Jan Marsalek ist angeblich in weitere dubiose Aktivitäten verwickelt und untergetaucht. Das Unternehmen meldete Insolvenz an. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Verdacht lautet auf "gewerbsmäßigen Bandenbetrug" seit dem Jahr 2015.

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