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Wird Fliegen bald teurer? Diskussion um Flugpreise | BR24

© pa/dpa/Robert Michael

Wird Fliegen bald teurer?

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Wird Fliegen bald teurer? Diskussion um Flugpreise

Ist Fliegen zu billig? Flugzeuge gelten als besonders klimaschädlich. Daher fordert Bundesumweltministerin Schulze im Vorfeld der Sitzung des Klimakabinetts: Fliegen soll teurer werden. Das stößt auf wenig Begeisterung, nicht nur in der Koalition.

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Für eine Reise von München nach Berlin kann man das Flugzeug nehmen – aber auch das Auto oder den Zug. Wofür man sich entscheidet, hängt unter anderem vom Preis ab. Und genau da setzt der Vorstoß von Bundesumweltministerin Svenja Schulze an: "Es kann nicht sein, dass auf bestimmten Strecken Fliegen weniger kostet als Bahnfahren", sagt die SPD-Politikerin.

Ministerin will Abgabe in Deutschland erhöhen

Das Kalkül der Ministerin: Wenn Fliegen teurer wird, dann wechseln womöglich mehr Passagiere zu einem umweltfreundlicheren Verkehrsmittel. Um nicht auf ein EU-weites Vorgehen warten zu müssen, will Schulze dazu in einem ersten Schritt die Luftverkehrsabgabe in Deutschland erhöhen.

Diese Abgabe wurde 2011 eingeführt. Sie wird bei jedem Flug fällig, der von einem deutschen Flughafen aus startet. Je nach Streckenlänge liegt sie pro Ticket aktuell zwischen 7,38 Euro und 41,49 Euro. Diese Beträge könnten also steigen, wenn es nach der Bundesumweltministerin geht. Sie verweist dabei auch auf Frankreich. Dort hat die Regierung gerade eine Umweltsteuer auf Flugtickets beschlossen, von bis zu 18 Euro ab 2020.

CDU-Politiker widersprechen Schulze

Schulzes Forderung ist allerdings innerhalb der Bundesregierung nicht abgestimmt. Und so kommt prompt Widerspruch vom Koalitionspartner. Man müsse über das Thema Flugpreise zwar reden, so Kanzleramtsminister Helge Braun von der CDU. Allerdings seien die deutschen Steuern auf Flugtickets jetzt schon höher als die künftig geplanten in Frankreich. Braun will daher lieber die Preise und den Service bei der Bahn "attraktiver" machen.

Auch CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier kritisiert das "Vorpreschen" seiner SPD-Kollegin. Er glaube nicht, "dass es sinnvoll ist, über Einzelmaßnahmen zu diskutieren". Stattdessen sei ein parteiübergreifender Konsens für ein Gesamtpaket beim Klimaschutz nötig. Über ein solches Paket berät zurzeit das so genannte Klimakabinett der Bundesregierung.

Fluggesellschaften lehnen höhere Steuern ab

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften hat sich ohnehin klar gegen eine Erhöhung der Luftverkehrsabgabe positioniert. Diese sei "schon heute eine enorme Benachteiligung im internationalen Wettbewerb mit ausländischen Airlines", heißt es in einer Stellungnahme. Das Fliegen "im nationalen Alleingang" weiter zu verteuern, werde "allein dazu führen, dass ein Teil der Verkehre in andere europäische Länder verlagert würde".

Mit ihrer Forderung nach höheren Flugpreisen hat Bundesumweltministerin Schulze also eine Diskussion angestoßen – dass die Luftverkehrsabgabe aber tatsächlich bald steigt, zeichnet sich nicht ab.

Sitzung des Klimakabinetts am Abend

Das Klimakabinett der Bundesregierung kommt heute Abend erneut zusammen. Bei dem Treffen im Kanzleramt soll es um Maßnahmen gehen, die den Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehr und beim Heizen teurer machen sollen. Mehrere Vorschläge liegen auf dem Tisch, etwa eine CO2-Steuer oder die Ausweitung des Emissionshandels. Im September will das Klimakabinett ein Gesetzespaket beschließen, mit dem Deutschland beim Klimaschutz schneller vorankommt.

© BR

Wenn es nach Bundesumweltministerin Svenja Schulze geht, soll Fliegen teurer werden