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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Hans Punz

Wien wählt; Auf das Ergebnis der 2-Millionen-Metropole blickt nicht nur die Regierung von Kanzler Sebastian Kurz. Es gibt hohe Corona-Infektionszahlen.Der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache kandidiert auch wieder nach dem Skandal.

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Wien wählt: Strache konkurriert mit der FPÖ

In Österreich sind heute die Bürger in Wien aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der mit seiner ehemaligen Partei völlig zerstritten ist, tritt mit einer eigenen Liste an.

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Von
  • Andrea Beer

Durch Corona ist auch in Österreich der Tourismus eingebrochen und die Fiakerfahrer kutschieren weit weniger Gäste durch Wien. Hier sind die Neuinfektionen wieder gestiegen und das Virus dirigiert auch die Wienwahl entscheidend mit. In Wahllokalen besteht Maskenpflicht und Plexiglaswände trennen die Wahlteams vom Wählerinnen und Wählern. Wer möchte, bekommt ein sogenanntes Covid-Sackerl: mit Masken und Desinfektionsmittel.

Mehr als 1,1 Millionen Menschen sind wahlberechtigt und bestimmen über die 100 Mandate im Wiener Gemeinderat, der gleichzeitig als Landtag fungiert. Außerdem werden die Vertreter der 23 Gemeindebezirke gewählt.

Rot-Grün regiert in Wien seit zwei Perioden

Neun Parteien treten an. Die Sozialdemokraten von Bürgermeister Michael Ludwig liegen in den letzten Umfragen mit um die 40 Prozent auf Platz eins.

"Ich glaube wir haben bewiesen wir können es, von daher werbe ich um Vertrauen." Wiens Bürgermeister Michael Ludwig

Die SPÖ regiert Wien ohne Unterbrechung seit 1945. Für die zwei letzten Regierungen brauchte sie jedoch die Grünen. Diese liegen zwischen 13 und 17 Prozent, und Spitzendkandidatin Birgit Hebein würde Rot-Grün gerne fortsetzen. Im vorwiegend virtuellen Wahlkampf gab es Kritik am rot-grünen Wiener Corona-Management, etwa zu langes Warten auf Testergebnisse und zu langsames Zurückverfolgen von Kontakten. Die grüne Birigt Hebein verweist auf die Anstrengungen:

"All die Maßnahmen, die jetzt gesetzt werden mit aufsuchenden Tests, schnellere Tests, mehr Personal, jetzt geht es darum, rasch zu den Ergebnissen zu kommen, rasch Kontakt-Management umzusetzen." Birgit Hebein

Wien-Bashing?

Die Kärntnerin kritisierte ihrerseits zu bürokratische oder ausbleibende Finanzhilfen für Unternehmen durch den Bund. Ein gewisser Spagat, denn dort regieren die Bundesgrünen mit der konservativen ÖVP.

Die Wiener Landesgrüne machte zudem ein Wienbashing aus, unter anderem bei Gernot Blümel. Bundesfinanzminister und Spitzenkandidat der Regierungspartei ÖVP, sowie enger Vertrauter von Bundeskanzler Sebastian Kurz.

"Es ist eine schwierige Situation in Wien, die Infektionszahlen sind zu hoch. Andere Städte weltweit, große Städte setzten Maßnahmen, die wesentlich weniger Infizierte haben, Berlin beispielsweise." Gernot Blümel

Die ÖVP hat sich von ihrem historisch schlechten 9-Prozent-Ergebnis der letzten Wien Wahl offenbar erholt. Zumindest in jüngsten Umfragen pendelt sie um rund 20 Prozent. Im Wahlkampf blieb Blümel eher blass und setzte auf enttäuschte Wähler der rechten FPÖ, Corona überlagerte Themen wie Verkehr, Klima oder Bildungspolitik. Zur Wahl steht auch die liberale Neos.

FPÖ thematisiert Flüchtlinge

Flucht und Migration spielten im Wahlkampf kaum eine Rolle. Der Chef der Wiener FPÖ, Dominik Nepp, hob dennoch darauf ab.

"Dass die Vergabe der Gemeindewohnungen an die Staatsbürgerschaft gekoppelt wird, dass mal wieder der echte Wiener an erster Stelle steht." Dominik Nepp

Bei der Wien-Wahl vor fünf Jahren spielte die Wiener FPÖ mit rund 30 Prozent der oberen Liga und kämpft nun gegen ein einstelliges Ergebnis.

Strache wieder am Start mit neuer Liste

Sie konkurriert mit Heinz Christian Strache um Stimmen. Der tief gefallene Ex-FPÖ Chef will mit seiner neuen Liste die fünf Prozent Hürde überspringen, etwa in dem er Corona herunterspielt:

"Ich habe viele Hände geschüttelt, zum Glück ist, was die Intensivstationsbehandlung betrifft, die Übersterblichkeit nicht vorhanden, ausdrücklich nicht, und deshalb sollte man auch nicht weiter diese Angst und Panik machen." Hans-Christian Strache

Trotz Ibiza-Skandal und Spesenaffäre werden der Liste des früheren Vizekanzlers mehrere Prozent vorausgesagt.

Rekord bei den Briefwählern

Rund 380.000 Wahlberechtigte haben eine Briefwahl beantragt das sind fast 200.000 mehr als vor fünf Jahren. Das macht die Hochrechnungen komplizierter, die ersten werden ab 18 Uhr erwartet.

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