Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Wie sauber geht es zu? Hygienemängel abfragen bei "Topf Secret" | BR24

© picture alliance /Christian Ohde

Besteck und Smiley (Symbolbild)

Per Mail sharen
Teilen

    Wie sauber geht es zu? Hygienemängel abfragen bei "Topf Secret"

    Per Klick Hygienegeheimnisse lüften, das möchte das neue Web-Angebot der Verbraucherschützer. Interessierte können dort persönlich Auskunft über ihr Lieblingsrestaurant oder ihre Bäckerei anfordern - direkt vom Amt.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Die Initiatoren erhoffen sich von ihrer Onlineplattform "Topf Secret" bessere Informationen für die deutschen Verbraucher. Und über möglichst viele Teilnehmer auch wachsenden Druck auf Politik und Wirtschaft, Transparenz zu schaffen.

    Denn Verstöße gegen die Lebensmittelhygiene fallen Kontrolleuren in jedem vierten Betrieb in Deutschland auf. Verbraucherinitiativen fordern deshalb schon lange, dass Ergebnisse der amtlichen Hygienekontrollen in Gastronomie und Lebensmittelherstellung namentlich veröffentlicht werden.

    "Kakerlaken in der Backstube, Schimmel im Lieblingsrestaurant, ekelerregende Zustände in der Wurstfabrik - die zuständigen Behörden wissen genau, in welchem Unternehmen geschlampt wird." Oliver Huizinga von Foodwatch

    Jeder Bürger hat ein Auskunftsrecht

    Topf Secret nur ein erster Schritt – noch muss man die Ergebnisse persönlich erfragen, konkret zu einem Betrieb. Einfach Unternehmen auf der Website abrufen und die eigene Email-Adresse angeben, fertig. jeder Bürger hat Auskunftsrecht, die Ämter müssen normalerweise antworten. Noch kann das aber ein paar Tage Wochen dauern.

    Unternehmen hatten gegen Auflistung geklagt

    Gegen die öffentliche Auflistung der Kontrollergebnisse hatten 2015 einzelne Unternehmer geklagt und gewonnen. Seitdem liegt es im Ermessen der Behörden, ob sie schwere Verstöße mitsamt Namen des betreffenden Betriebs veröffentlichen.

    Doch selbst von Ekelfällen, Mäusen in der Backstube, verschimmelten Wurstwaren in verdreckten Kühlgeräten erfahren Kunden und Gäste oft erst spät: Wenn amtliche Kontrolleure Betriebe sperren, Bußgelder verhängen oder ein Strafverfahren läuft. Die DEHOGA, der deutsche Bundesverband der Gastrobetriebe spricht von Einzelfällen und lehnt eine allgemeine Informationspflicht der Verbraucher in Form von Hygiene-Ampeln bislang ab.

    Die Initiative für einen "Mitmach-Internetpranger" habe nichts mit Verbraucherschutz zu tun, sondern sei "reinster Populismus", sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Ingrid Hartges, der "Augsburger Allgemeinen". Hartges sieht die Existenz der Gastronomen in Gefahr. Sie dürften nicht "leichtfertig und zu Unrecht an den öffentlichen Pranger gestellt werden".

    Hygiene-Smileys in anderen Ländern

    In anderen Ländern wie Dänemark und Norwegen zeigen Hygiene-Smileys an der Türe jedes Gastronomie-Betriebs, wie es um die Hygiene steht. Seitdem sinkt die Zahl der Beanstandungen der Kontrolleure und Verbraucher wissen, wo sie unbesorgt einkaufen und essen gehen können.

    Mit Topf Secret – der neuen Internetseite von foodwatch und FragDenStaat haben Interessierte jetzt aber auch in Bayern ohne großen Aufwand die Chance, das Hygienegeheimnis ihres Lieblingsrestaurants zu lüften.