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Wie nackt darf Werbung sein? | BR24

© Foto: Netto

Der Werberat prüft derzeit eine Anzeigen-Kampagne von Netto, da die Werbung des Discounters möglicherweise sexistisch ist.

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    Wie nackt darf Werbung sein?

    Ob die Anzeigen-Kampagne von Netto tatsächlich sexistisch und unzulässig ist, damit muss sich der Deutsche Werberat momentan befassen - der Shitstorm in den Sozialen Medien tobt bereits. Der Discounter wehrt sich gegen die Kritik.

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    Was darf Werbung und was nicht? Darum kümmert sich der Deutsche Werberat, die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft. Momentan muss sich das Gremium mit einer Anzeigenkampagne des Lebensmitteldiscounters Netto herumschlagen: Die Werbung für unverpacktes Gemüse und damit eine kunststofffreie Möglichkeit, Paprika und Co einzukaufen.

    Bereits 90 Beschwerden beim Werberat

    Doch diese Werbung wird von vielen kritisiert - denn darauf ist beispielsweise eine nackte Frau bis über den Bauchnabel zu sehen. Vor ihren nackten Brüsten hält sie zwei Paprika. Das Ganze gibt es auch mit männlichen Nacktmodellen, die wahlweise einen Salatkopf oder ein Netz Zitronen vor ihrem "besten Stück“ platzieren.

    Beim Werberat sind seit Ende letzter Woche rund 90 Beschwerden eingegangen. Laut einer Sprecherin sowohl von Frauen als auch von Männern, die sich an den "nackten Tatsachen" stören. Der Deutsche Werberat hat Netto inzwischen zu einer Stellungnahme aufgefordert.

    Werbung ist auch in sozialen Medien umstritten

    Wie es nun weitergeht, liegt an der Reaktion des Unternehmens. Momentan ist die Werbung noch auf der Webseite zu sehen. Auch vonseiten des Bayerischen Rundfunks wurde eine Anfrage an das Unternehmen gestellt, ob die Anzeigenkampagne zurückgenommen wird.

    In den sozialen Medien wird die Werbung kontrovers diskutiert: Von Sexismus im Alltag ist die Rede und bei Usern kommt die Frage auf, ob man solche Zeiten nicht längst hinter sich gelassen hätte.

    Netto wehrt sich

    Der Discounter möchte die Kritik an seiner Kampagne so nicht hinnehmen. Mit der Kampagne "nackte Tatsachen" will Netto nach eigener Aussage den Kampf gegen Verpackungsmüll auf "humorvolle und polarisierende" Weise führen. Auch den Sexismus-Vorwurf weist das Unternehmen zurück - sowohl weibliche als auch männliche Models würden gezeigt, weil "beide Geschlechter vom Umweltschutz betroffen seien".

    Discounter könnte sich Rüge einhandeln

    Der Werberat wartet nun die Stellungnahme des Discounters bis zum Ende der Woche ab. Zieht er die Kampagne zurück, lässt der Werberat die Beschwerde fallen. Ansonsten muss das Werberats-Gremium entscheiden, ob die Kampagne zulässig ist oder nicht.

    Als letzte Maßnahme bleibt die sogenannte Rüge: Dann wird die grenzüberschreitende Werbung auch öffentlich gemacht. In den letzten vier Jahren zogen nach Auskunft des Werberats 94 Prozent der betroffenen Unternehmen bereits davor ihre Anzeigenkampagne zurück.