BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture alliance/dpa | Guido Kirchner
Bildrechte: picture alliance/dpa | Guido Kirchner

Eine Frau fährt über das Kopfsteinpflaster. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) präsentiert Ergebnisse zum "Fahrradklima"-Test

Per Mail sharen

    Umfrage: Wie fahrrad(un)freundlich ist Deine Stadt?

    Der Fahrradklima-Test 2020 ergibt: Die deutschen Städte bekommen von den Fahrradfahrerinnen und -fahrern im Durchschnitt nur Note 3,9. So schneiden die bayerischen Städte im bundesweiten Vergleich ab.

    Per Mail sharen
    Von
    • Birgit Schmeitzner

    Zufriedenheit sieht anders aus. Die Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ergibt: Zwei Drittel der Radlerinnen und Radler fühlen sich nicht sicher im Straßenverkehr. Weil Radwege zu schmal oder zugeparkt sind, weil sie schlecht durch Baustellen geleitet werden. Die Folge: Gesamtnote 3,9. Dabei gibt es durchaus Städte, die vorangehen und dafür ausgezeichnet werden: Erste Plätze in den verschiedenen Städtegrößen belegen Bremen, Karlsruhe, Göttingen, Nordhorn, Baunatal und Wettringen.

    Scheuer: "Am Geld scheitert es nicht"

    Insgesamt 25 Städte bekommen eine Auszeichnung vom ADFC und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Sie alle haben laut Scheuer den "Mehrwert des Radverkehrs erkannt" und handeln. An ihnen "sollen sich die anderen ein Beispiel nehmen". Der Bund habe Förderprogramme aufgelegt, um das Sicherheitsgefühl zu verbessern – Geld, das zum Beispiel für neue Fahrradstraßen, Radschnellwege und Rad-Wegweiser abgerufen werden könne. Deutschland solle ein Fahrradland werden, sagt Scheuer, das sei "keine Fantasie, sondern das wird tagtäglich immer mehr zur Realität".

    Bayerische Highlights: Erlangen und Würzburg

    Insgesamt liegen die bayerischen Städte im Mittelfeld. Zwei allerdings konnten in der Befragung punkten: Erlangen gehört zu den am besten bewerteten Großstädten mit einer Note von 3,3. Das bedeutet Platz zwei in der Kategorie der Städte zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern. In dieselbe Kategorie fällt auch Würzburg. Die unterfränkische Stadt wurde mit der Note 4,1 bewertet. Das sieht auf den ersten Blick nicht nach einem Erfolg aus. Aber: Würzburg hat sich aber im Vergleich zur vorangegangenen Befragung (4,3) verbessert, und ist deshalb der beste "Aufholer" in dieser Kategorie.

    Fahrrad-Boom durch Corona: Berlin und München ok

    Zwei Drittel der Befragten sind überzeugt, dass wegen der Corona-Pandemie mehr Menschen Fahrrad fahren. Dieser Eindruck wird gestützt durch gestiegene Verkaufszahlen im Fahrradhandel und durch die Ergebnisse der städtischen Zählstellen. Reagieren die Städte angemessen darauf – verbessern sie also die Infrastruktur für den Radverkehr? Nach Ansicht der Befragten nicht. Quer durch alle Stadtgrößen gibt es die Durchschnittsnote 5: zu wenig neue Fahrradstraßen, verkehrsberuhigte Zonen und temporäre Radspuren, sogenannte "Pop-up-Streifen". Am besten schneiden noch Großstädte ab: Berlin liegt auf Platz eins mit einer Note von 2,6, gefolgt von München mit Note 3,0. Nürnberg hat es noch in die Top Ten geschafft und liegt mit der Bewertung 4,1 auf dem neunten Platz.

    Der Fahrradklima-Test ist nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer. Er wird alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt. Im Herbst 2020 wurde dafür eine Umfrage online gestellt, 230.000 Fahrradfahrerinnen und -fahrer nahmen daran teil. Um in die Wertung zu kommen, müssen für die Städte – je nach Einwohnerzahl – jeweils zwischen 50 und 100 Bewertungen vorliegen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!