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Wie Coffee to go die Umwelt belastet

Pro Jahr werden in Deutschland 2,8 Milliarden Pappbecher weggeschmissen. Die Deutsche Umwelthilfe setzt auf Recycling-Becher. Die Einführung einer gesetzlichen Abgabe ist unwahrscheinlich. Von Marcus Overmann

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Kaffee zu Fuß statt Coffee to go, heißt das Heißgetränk zum Mitnehmen in der Konditorei Weber in Hamburg. Von Anglizismen hält Chefin Rose-Marie Patzer nämlich nicht so viel. Und wovon sie gar nichts hält, dass die Becher nach dem letzten Schluck einfach weggeworfen werden. 320.000 mal pro Stunde wird ein Becher in Deutschland weggeworfen, sagt Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe.

"Wir haben es mal ausgerechnet: Im Jahr sind es 2,8 Milliarden Pappbecher. Dafür werden 64.000 Tonnen Holz und 11.000 Tonnen Kunststoff verbraucht." Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe

Belastung für Jahrzehnte

Kunststoffbeschichtete Zombies nennen sie die Coffee to go-Becher bei der Umwelthilfe, weil Kunststoff die Umwelt versaut. Denn wenn er nicht direkt in die Mülltonne geht, sondern in Parks, Flüssen oder Seen landet, belastet er die Umwelt für Jahrzehnte. Die Deutsche Umwelthilfe setzt auf Recycling-Becher und fordert eine Abgabe in Höhe von 20 Cent auf jeden Einwegbecher. 

Diese Abgabe sollte dann ausschließlich in Umweltprojekte fließen. Zudem fordert die Umwelthilfe ein Mehrwegsystem mit Pfand für die großen Kaffeehausketten. Also Plastikbecher, die durchaus über 100 Mal verwendet werden können. 

Pfand auf Kaffeebecher? 

Und wer etwa beim Kaffeehaus A einen Coffee to go kauft, soll den Becher auch im Kaffeehaus B wieder abgeben können und dort auch sein Pfandgeld in Höhe von 20 Cent zurückbekommen. Die Bundesregierung scheint nicht begeistert. Auf Beamtenebene im Bundesumweltministerium gebe es zwar genügend Unterstützer, sagt Jürgen Resch.

"Aber Bundesumweltministerin Hendricks will keine Abgabe für Einwegbecher einführen. Das könnte vom Bürger als Steuererhöhung gewertet werden." Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe

Rose-Marie Patzer in Hamburg findet die Mehrwegidee gut. "Ich würde mich an einem solchen System beteiligen, wenn es die Möglichkeit dazu gibt." Denn die Einwegbecher mit dem Plastikdeckel obendrauf sind auch ihr schon lange ein Dorn im Auge.