BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Bayerischer Rundfunk
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk

Mitglieder der Weißen Rose

6
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Widerstand gegen Hitler - Die letzten Tage der Weißen Rose

Die Weiße Rose leistete Widerstand gegen das Nazi-Regime. Ihre Mitglieder wurden 1943 hingerichtet. Eine von ihnen: Sophie Scholl, geboren am 9. Mai 1921. Die Geschichte vom ersten Flugblatt bis zum Ende der Weißen Rose.

6
Per Mail sharen
Von
  • Jonathan Schulenburg
  • Christina Lutz

27. Juni 1942: Das erste Flugblatt

"Leistet passiven Widerstand!", fordern Hans Scholl und Alexander Schmorell in ihrem ersten Flugblatt, das sie an 100 ausgewählte Adressaten verschicken - Schriftsteller, Professoren, Buchhändler, aber auch Freunde und Studienkollegen. Mit folgenden Worten beginnt das Flugblatt: "Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique 'regieren' zu lassen."

© BR
Bildrechte: BR

Text aus Die Weiße Rose, Film vom 4.6.1969

12. Juli 1942: "Wir schweigen nicht!"

In den folgenden Wochen verfassen Hans Scholl und Alexander Schmorell drei weitere Flugblätter. "Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weisse Rose lässt Euch keine Ruhe!", so endet das vierte Flugblatt.

© BR
Bildrechte: BR

Flugblatt der Weißen Rose

3. Februar 1943: Parolen an Hauswänden

Die Aktionen der Weißen Rose werden wagemutiger. Sie zeichnen Anti-Hitler-Parolen an Hauswände.

© BR
Bildrechte: BR

Ausschnitt aus der "Geschichte der Weißen Rose". (Die gezeigten Hauswände sind nur Symbolbilder aus den 60er-Jahren, eine Originale der Weißen Rose)

12. Februar 1943: Tag der Abrechnung naht

Das sechste und letzte Flugblatt der Weißen Rose wird vom Philosophieprofessor Kurt Huber entworfen. Darin heißt es: "Der Tag der Abrechnung ist gekommen, der Abrechnung unserer deutschen Jugend mit der verabscheuungswürdigsten Tyrannis, die unser Volk je erduldet hat." Es sollte anders kommen.

© SZ-Photo
Bildrechte: SZ-Photo

Kurt Huber, Mitglied der Weißen Rose

18. Februar 1943: Die Verhaftung

Hans und Sophie Scholl haben einen Koffer voll Flugblätter fast ganz in der Münchner Universität verteilt, als sie noch einmal im Lichthof der Uni ganz nach oben laufen und den Rest der Flugblätter regelrecht nach unten regnen lassen. Der Hausmeister entdeckt die beiden, hält sie fest und übergibt sie der Polizei.

© picture-alliance/dpa
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Lichthof der Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität

19. Februar 1943: Das Geständnis

Verhört von der Gestapo leugnet Sophie Scholl zunächst. Doch kurz nach ihrem Bruder gesteht auch sie: "In meinem Übermut oder meiner Dummheit habe ich den Fehler begangen, etwa 80 bis 100 solcher Flugblätter vom 2. Stock der Universität in den Lichthof herunterzuwerfen, wodurch mein Bruder und ich entdeckt wurden. Ich war mir ohne weiteres im Klaren darüber, dass unser Vorgehen darauf abgestellt war, die heutige Staatsform zu beseitigen."

© picture alliance / Photo12/Archives Snark |
Bildrechte: picture alliance / Photo12/Archives Snark |

Sophie Scholl, Weiße Rose

22. Februar 1943: Im Gerichtssaal

Drei Tage nach ihrer Verhaftung beginnt in Saal 216 im Münchner Justizpalast der erste Prozess des Volksgerichtshofs gegen Mitglieder der Weißen Rose. Auf der Anklagebank: Sophie und Hans Scholl sowie der dreifache Vater Christoph Probst. Den Vorsitz hat Roland Freisler, der eigens aus Berlin angereist ist.

© picture-alliance/dpa
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Gerichtssaal 216 im Münchner Justizpalast

22. Februar 1943: Der Prozess

Vor den Augen eines ausgesuchten und linientreuen Publikums führt Richter Roland Freisler einen Schauprozess. Zeugen werden nicht gehört. Die Anklage lautet auf Landesverrat. Sophie Scholl verleugnet ihre Überzeugung nicht: "Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen."

© picture-alliance/dpa
Bildrechte: picture-alliance/dpa

NS-Richter Roland Freisler

22. Februar 1943: Die Todesurteile

Im Namen des Deutschen Volkes ergeht das Urteil gegen Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst: Todesstrafe.

© picture alliance / dpa | dpa
Bildrechte: picture alliance / dpa | dpa

Hans und Sophie Scholl

22. Februar 1943: Abschied von den Kindern

Robert und Lisa Scholl, die Eltern von Hans und Sophie, richten ein verzweifeltes Gnadengesuch an den Volksgerichtshof - vergeblich. Sie dürfen ihre beiden Kinder in der Todeszelle noch einmal sehen. Der Vater schildert die letzten Minuten mit seinen beiden Kindern:

© BR
Bildrechte: BR

Vater von Hans und Sophie Scholl, aus "Die Weiße Rose", 4.6.1969

22. Februar 1943: Die Hinrichtung

"So ein herrlicher sonniger Tag, und ich muss gehen", sagt Sophie Scholl wenige Tage vor ihrem Tod. Sie ist die erste der drei zum Tode Verurteilten, die den Gang zur Guillotine hinter sich bringen muss. Minuten später werden Christoph Probst und Hans Scholl geköpft.

© BR
Bildrechte: BR

Aus "Zivilcourage und Todesmut", 18.2.1993, BR

19. April 1943: Zweiter Prozess

Vor dem Volksgerichtshof findet der zweite "Weiße Rose"-Prozess statt. Willi Graf, Alexander Schmorell und Professor Kurt Huber werden zum Tode verurteilt. Zehn weitere Angeklagte erhalten Gefängnis- und Zuchthausstrafen. Falk Harnack wird freigesprochen.

13. Juli 1943: Hinrichtung

Kurt Huber und Alexander Schmorell werden unter dem Fallbeil hingerichtet.

Der BR und SWR erinnern auf Instagram an die letzten Tage von Sophie Scholl unter @ichbinsophiescholl

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!