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WHO ruft Notlage wegen Coronavirus aus | BR24

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am Abend den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Damit sind konkrete Empfehlungen an Staaten verbunden, um die Ausbreitung des Coronavirus über Grenzen hinweg einzudämmen.

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WHO ruft Notlage wegen Coronavirus aus

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine "gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite" ausgerufen. Dadurch kann ein Notfallausschuss mit Experten gezielt versuchen, die Verbreitung einzudämmen. Die Zahl der Erkrankten stieg auf mehr als 9.600.

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Nach der steigenden Zahl von Erkrankungen durch den Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Damit sind schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs verbunden.

Noch sei die Zahl der Infektionen außerhalb Chinas relativ gering, sagte der WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die "größte Sorge" sei, dass sich das Virus auf Länder mit weniger gut ausgestatteten Gesundheitssystemen ausbreite, warnte er.

"Zeit für Fakten, nicht für Angst"

Die Entscheidung sei "kein Misstrauensvotum" gegen China. "Wir sitzen alle im selben Boot", sagte er. Das Virus könne nur gemeinsam aufgehalten werden. "Das ist die Zeit für Fakten, nicht für Angst."

Die Infektionen und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus in China haben derweil den bisher größten Anstieg innerhalb eines Tages verzeichnet. Die Zahl der nachgewiesenen Erkrankungen kletterte um 1.981 auf 9.692, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten stieg um 42 auf 213.

Coronavirus ist Variante des Sars-Virus

Der Ausbruch der "akuten Atemwegserkrankung", wie sie jetzt offiziell genannt wird, zählt damit schon deutlich mehr Infektionen als vor 17 Jahren die Sars-Pandemie mit 8.096 Fällen. Damals starben 774 Menschen durch das "Schwere Akute Atemwegssyndrom" (Sars). Der neue 2019-nCoV-Erreger ist eine Variante des Sars-Virus.

Erkrankungen in allen Provinzen Chinas

Mit der ersten Erkrankung in Tibet sind nun in allen Regionen und Provinzen Chinas Infektionen nachgewiesen. Der Anstieg ist rasant. Vor zwei Wochen waren erst 40 Fälle gezählt worden. Der Höhepunkt der Epidemie wird frühestens in einer Woche erwartet. Außerhalb der Volksrepublik sind in rund 20 Ländern mehr als 100 Infektionen gezählt worden. In Deutschland gibt es bislang fünf bestätigte Fälle.

Dr. Maria van Kerkhove, Mitglied des WHO-Notfallkommitees und Leiterin des Referats für neu auftretende Krankheiten und Zoonosen, sagte, dass das Coronavirus "auch über Infektionsträger übertragen werden" könne. Dazu zählen etwa Türklinken und Kleidung. Dann, wenn das Virus auf unbelebten Oberflächen für kurze Zeit überlebt".

Notfallausschuss aus Experten und dem Ausgangsland

Wenn die WHO einen "gesundheitlichen Notstand internationaler Tragweite" ausruft, wird ein Notfallausschuss aus internationalen Experten sowie Vertretern des Ausgangslandes formiert, der über das weitere Vorgehen berät. Dieses Prozedere wurde von der WHO im Jahr 2005 beschlossen, unter dem direkten Eindruck der Sars-Pandemie 2002/2003 sowie dem Ausbruch der Vogelgrippe im Jahr 2004. Zuletzt rief die WHO 2018 den Notstand aufgrund des Ebolavirus aus und zuvor im Jahr 2015 aufgrund der Zikavirus-Epidemie.