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WHO fordert gerechtere Impfstoff-Verteilung | BR24

© picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki

Die WHO verurteilt die ungleiche globale Verteilung von Corona-Impfstoffen.

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    WHO fordert gerechtere Impfstoff-Verteilung

    In einem einzigen der ärmsten Länder der Welt wurden bisher erst 25 Impfdosen verabreicht. Die WHO kritisiert die ungleiche globale Verteilung der Corona-Impfstoffe und warnt davor, dass Menschen dieses Versagen mit dem Leben bezahlten müssten.

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    • BR24 Redaktion

    Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die ungleiche globale Verteilung von Corona-Impfstoffen scharf verurteilt. Die Welt steuere auf ein katastrophales moralisches Versagen zu und die Menschen in armen Ländern müssten mit ihrem Leben bezahlen, sagte Tedros zu Beginn des WHO-Exekutivrates in Genf.

    Tedros: 'me-first-Ansatz' ist selbstzerstörerisch

    Während in mindestens 49 reicheren Ländern derzeit schon mehr als 39 Millionen Impfdosen verabreicht worden seien, habe es in einem einzigen der ärmsten Länder erst 25 Impfungen gegen Covid-19 gegeben, erklärte der Äthiopier Tedros. Bei dem Land handelt es sich laut der WHO um Guinea in Westafrika.

    Es sei nicht zu rechtfertigen, wenn junge, gesunde Erwachsene in reichen Ländern eine Impfung erhielten, bevor Mitarbeiter des Gesundheitswesens und ältere Menschen in armen Ländern immunisiert würden. Viele Staaten drängelten sich vor, um für ihre Bevölkerungen die Vakzine zu erwerben. "Dieser 'me-first-Ansatz' gefährdet nicht nur die Ärmsten und Schwächsten der Welt, sondern ist auch selbstzerstörerisch", sagte der WHO-Generaldirektor. Letztlich werde das die Pandemie nur verlängern.

    Pharmafirmen suchen laut WHO Zulassung in reicheren Ländern

    Laut Tedros unterzeichneten Staaten und Pharmafirmen im vergangenen Jahr 44 bilaterale Verträge für Impfstoff-Lieferungen. In den wenigen Tagen des neuen Jahres seien es bereits zwölf weitere bilaterale Deals gewesen. Pharmafirmen suchten vor allem in reicheren Ländern eine Zulassung für ihre Wirkstoffe, weil dort die Gewinnaussichten besser seien als in armen Staaten.

    Der WHO-Chef versicherte, dass es genug Vakzine für alle Menschen auf der Welt gebe. Tedros betonte, dass über das Impfstoffprogramm "Covax" der WHO bereits zwei Milliarden Impfdosen bestellt worden seien. Es bestehe eine Option auf mehr als eine weitere Milliarde Dosen. Die WHO plane mit den Lieferungen der Vakzine im Februar zu beginnen. Der WHO-Exekutivrat tagt bis Dienstag nächster Woche.

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