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Wetterdienst will Landwirte früher vor Dürren warnen | BR24

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Der Sommer 2018 war ein Dürre-Rekord-Sommer. Der Deutsche Wetterdienst hat deshalb eine neue Langzeitprognose entwickelt. So können sich die Landwirte in Zukunft besser auf Dürreperioden einstellen.

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Wetterdienst will Landwirte früher vor Dürren warnen

Über Wochen fiel im letzten Sommer kein Regen, das Thermometer zeigte häufig über 30 Grad. Der Deutsche Wetterdienst erwartet immer häufiger solche Dürrephasen durch den Klimawandel. Eine neue Vorhersage soll ein Frühwarnsystem für Landwirte sein.

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Sommer 2018: 30 Grad Celsius - und es ist noch nicht einmal Mittag. Es ist kurz nach 10.00 Uhr am Vormittag. Seit Wochen ist kein Tropfen vom Himmel gefallen. Die Wiesen sind strohtrocken. Die Blätter an den Bäumen färben sich herbstlich rot. Wasser - es fehlt an Wasser. Ganz Deutschland erlebt eine Rekorddürre.

Frühwarnsystem vor Dürren für Landwirte

Besonders hart trifft es die Landwirte. Ernteausfälle in Milliardenhöhe schlagen zu Buche. Es gibt Hilfen vom Bund. Solche Extremsituationen werden in Deutschland zunehmen, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Deshalb haben die Klimaexperten nun eine Methode entwickelt, die wie der Blick in die Glaskugel anmutet: Eine Wettervorhersage für die nächsten sechs Wochen.

Landwirte bleiben skeptisch

Kartoffelbauer Simon Steininger aus dem Münchener Norden spürt die Dürre schon nach wenigen Tagen.

"Wenn man Temperaturen über 30 Grad hat, dann hört eine Kartoffel das Wachsen auf und das war halt dann ziemlich schwierig, dass man die Kartoffel am Leben erhält." Simon Steininger, Kartoffelbauer

Der Landwirt hat vorgesorgt. Dank seiner Bewässerungsanlage kann er einen Großteil seiner Ernte retten. Würde die Vorhersage des DWD immer auf den Punkt treffen, könnte er seine Bewässerungsanlage entsprechend anpassen.

Dürren sollen früher erkannt werden

Doch der DWD relativiert. Es geht allein um die frühzeitige Vorhersage von extremen Wettersituationen wie einer Dürre. Besonders wichtig ist dabei der Boden. Die Feuchte des Bodens sei für die Landwirtschaft besonders wichtig, weil sie zeigt, wie viel Wasser den Pflanzen im Boden zur Verfügung steht, sagt DWD-Vizepräsident Paul Becker.

Es geht um die Feuchte des Bodens

Niederschläge, die in den Boden sickern, werden dort teilweise über einen längeren Zeitraum gespeichert. Fällt danach kein Regen, können Pflanzen dieses gespeicherte Wasser weiternutzen. Die Bodenfeuchte sei eine "sich nur langsam verändernde Speichergröße". So könnten sich Bauern frühzeitig auf Änderungen einstellen. "Ich bin optimistisch, dass die Landwirte mit unseren neuen Dürreprognosen künftig Ertragsausfälle, wie wir sie im Jahr 2018 erleben mussten, zumindest vermindern können", hofft Becker.

2018 war das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Laut DWD muss künftig deutlich häufiger mit Dürreperioden wie im vergangenen Jahr gerechnet werden, denn die Klimaerwärmung zeichne sich in den Daten deutlich ab. "Seit 1881 beträgt der Erwärmungstrend in Deutschland plus 1,5 Grad", heißt es im Bericht des DWD. 2018 sei mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,5 Grad Celsius das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. In Bayern lag die Durchschnittstemperatur etwas unter dem Durchschnitt bei 9,9 Grad.

Frühwarnsystem noch in der Testphase

Noch befindet sich die Vorhersage in der Testphase. Spätestens im kommenden Jahr soll die Methode dann zum Einsatz kommen. Der Trend, ob es trockener oder feuchter wird und ob Dürren wahrscheinlich sind, könne dann vorausgesagt werden, sagt DWD-Experte Paul Becker.

Die Langzeitvoraussage des DWD ist übrigens nicht für die Urlaubsplanung geeignet, weil es eben hauptsächlich um die Bodenfeuchte geht und nur marginal um Sonnenschein, Regen und Temperatur. Landwirt Steininger ist skeptisch, ob der DWD wirklich hilfreich das Wetter über ganze sechs Wochen voraussagen kann. "Wenn das bei zwei Wochen funktionieren würde, wäre ich schon zufrieden."