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Werkschau des amerikanischen Zeichners Raymond Pettibon | BR24

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Werkschau des amerikanischen Zeichners Raymond Pettibon

Der Zeichner Raymond Pettibon hat die Narrative der US-amerikanischen Kultur von Woodstock bis zum sogenannten Krieg gegen den Terror immer wieder hinterfragt. Das ist jetzt im Museum der Moderne in Salzburg zu erleben. Von Katharina Altemeier

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Mit dem Punk und der Band "Black Flag" fing alles an. Raymond Pettibon hatte nicht nur das Logo und den Namen erfunden, er zeichnete auch sämtliche Flyer, Plakate und Plattencover. In der Szene in Los Angeles wurden seine Werke schnell Kult, von Fans gesammelt und oft kopiert. Henry Rollins, Punklegende und Mitglied von Black Flag glaubt, dass Pettibons symbolträchtige vier Balken bis heute genauso wichtig sind, wie es die Musik von Black Flag einmal war.

Über 600 Bilder aus 40 Jahren

Punk ist lange her und mittlerweile ist Pettibon längst im Kunstzirkus, auf dem Markt und jetzt eben im Museum angekommen. „Homo Americanus“ heißt die bislang umfangreichste Schau, die zuerst in Hamburg und jetzt in Salzburg im Museum der Moderne gezeigt wird. Über 600 Bilder aus vierzig Jahren manischer Produktion.

Bilder wie Film-Stills

Neben ein paar wenigen farbigen Gemälden hauptsächlich klein- und mittelformatige Tusche-Zeichnungen in Schwarz-Weiß. Fein dahingestrichelt. Plastisch. Lebendig. Dazu böse, zynische Textkommentare, die die Bilder wie Film-Stills wirken lassen. Fratzenhafte, oft blutgetränkte Szenen, in denen neben Psychopathen wie Charles Manson auch Jesus, Elvis oder Jim Morrison auftreten. Nichts für sanfte Gemüter.

Die Ausstellung macht deutlich, dass Raymond Pettibon sehr viel mehr ist als der ewige Punkkünstler – dafür sind er und seine Zeichnungen zu feinsinnig. Auch als Comiczeichner kann man ihn nicht sehen. Dafür sind seine Bilder nicht eindeutig genug. Raymond Pettibon ist vielmehr Schriftsteller und Künstler zugleich.

Die Raymond-Pettibon-Werkschau im Museum der Moderne in Salzburg ist bis Mitte Februar 2017 zu sehen.