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CDU-Parteitag
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CDU-Parteitag

Nach den zuletzt schlechten Wahlergebnissen wählen sowohl die CDU als auch die CSU einen neuen Parteivorsitzenden. Die CSU wird nach dem Parteitag am 19. Januar wohl Markus Söder führen - einen Gegenkandidaten für die Nachfolge des derzeitigen Parteichefs Horst Seehofer gibt es nicht. Dagegen haben die 1.001 Delegierten auf dem CDU-Bundesparteitag in Hamburg die Qual der Wahl: Als Kandidaten nominiert sind bislang Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn.

Zwar können sich beim Parteitag noch weitere Bewerber aufstellen lassen, sie dürften allerdings kaum Chancen haben. Somit wird die Entscheidung wohl zwischen Spahn, Kramp-Karrenbauer und Merz fallen, die sich in den vergangenen Wochen bereits auf acht Regionalkonferenzen der Basis vorgestellt hatten. Die drei Kandidaten im Überblick:

Friedrich Merz

Drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz

Drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz

Friedrich Merz

Friedrich Merz

Der 63-Jährige zögerte nicht: Unmittelbar nachdem Angela Merkel ihren Verzicht auf den Parteivorsitz angekündigt hatte, warf Friedrich Merz seinen Hut in den Ring - nach neun Jahren Polit-Abstinenz. Für Merz wäre es eine späte Genugtuung, Merkels Nachfolger als CDU-Vorsitzender zu werden: Denn nach der Bundestagswahl 2002 hatte sie ihn von der Spitze der Unionsfraktion verdrängt. Daraufhin zog sich Merz nach und nach von wichtigen Posten in Fraktion und Partei zurück. Der Jurist und Finanzexperte wechselte in die Privatwirtschaft, 2009 trat er nicht mehr zur Bundestagswahl an.

Furore machte Merz im Oktober 2003 , als er die Eckpunkte einer radikalen Steuerreform präsentierte, die mit drei Stufen auf einem Bierdeckel erklärbar sein sollte. Mittlerweile propagiert er statt eines Bierdeckels eine Steuer-App. In Erinnerung geblieben ist auch, dass Merz seinerzeit die Debatte über die deutsche Leitkultur befeuert hatte.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer

Die CDU-Generalsekretärin gilt als Favoritin der Kanzlerin. Annegret Kramp-Karrenbauer machte sich einen Namen als Allzweckwaffe der CDU: Nach verschiedenen Ministerjobs wurde sie 2011 erste Ministerpräsidentin des Saarlands. Im März 2017 gewann sie auf dem Zenit der Beliebtheit von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz die Landtagswahl haushoch für die CDU, im Februar gab sie für den Job der Generalsekretärin und den Sprung nach Berlin ihr Regierungsamt im Saarland auf. Seither treibt die 56-Jährige die Modernisierung der Partei voran.

Inhaltlich steht Kramp-Karrenbauer zwar für den Merkel-Kurs, doch sie grenzte sich wiederholt auch vom Kurs der Kanzlerin ab - und bemühte sich, auch konservative Anhänger zu überzeugen. Im Wettstreit um den Parteivorsitz betont "AKK", wie die Rechts- und Politikwissenschaftlerin genannt wird, gern ihre Regierungserfahrung.

Jens Spahn

Jens Spahn

Jens Spahn

Jens Spahn

Jens Spahn

Mit seinen 38 Jahren ist der Bundesgesundheitsminister deutlich jünger als seine beiden Kontrahenten. Jens Spahn profilierte sich in den vergangenen Jahren als Stimme vieler Merkel-Unzufriedener in der Partei, unter anderem mit markig-konservativen Äußerungen zu Themen wie Zuwanderung oder Recht und Ordnung. Kürzlich sorgte er mit dem Vorschlag für Wirbel, dass die CDU auf ihrem Parteitag über eine Zustimmung zum UN-Migrationspakt abstimmt. In der CDU löste das teils deutliche Kritik aus.

Der Münsterländer hat eine steile Politkarriere hingelegt: Mit nur 22 Jahren wurde der Bankkaufmann und Politologe erstmals in den Bundestag gewählt. Dort machte er sich erst als Gesundheitsexperte einen Namen, dann auch in der Finanzpolitik. 2015 wurde er unter dem damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble Staatssekretär, in der neuen Großen Koalition machte Merkel ihren Widersacher zum Gesundheitsminister. Spahn gilt von den drei Kandidaten als Außenseiter.