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Arbeitsrecht: Wenn nur noch ein Gericht vermitteln kann | BR24

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In den meisten Fällen kann ein Streit zwischen Arbeitgeber und Beschäftigtem durch ein Gespräch gelöst werden. Manchmal jedoch gelingt das nicht. Dann werden die Arbeitsgerichte eingeschaltet. Die DGB Rechtsschutz hat für Bayern Bilanz gezogen.

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Arbeitsrecht: Wenn nur noch ein Gericht vermitteln kann

In den meisten Fällen kann ein Streit zwischen Arbeitgeber und Beschäftigtem durch ein Gespräch gelöst werden. Manchmal jedoch gelingt das nicht. Dann werden die Arbeitsgerichte eingeschaltet. Die DGB Rechtsschutz hat für Bayern Bilanz gezogen.

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Gegen seinen eigenen Arbeitgeber oder einen Mitarbeiter vor Gericht zu ziehen, diesen Schritt tun die meisten erst, wenn sich ein Problem gar nicht anders lösen lässt. Immerhin muss man unter Umständen im Anschluss wieder miteinander auskommen.

Vielfältige Gründe für juristischen Streit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber

In rund 8.400 Fällen hat die DGB Rechtsschutz GmbH im letzten Jahr die Gewerkschaftsmitglieder vor den Arbeitsgerichten vertreten – ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. In jedem vierten Verfahren ging es um das Einkommen: ist der Tarifvertrag nicht eingehalten worden, wurde das Urlaubsentgelt falsch berechnet, sind Überstunden nicht vergütet worden oder waren Zuschläge bei Nachtarbeit nicht angemessen? Mit diesen Fragen müssen sich die Arbeitsrichter oft beschäftigen.

Unterschied zwischen Klein- und Großbetrieben liegt oft im Formalen

In kleineren Firmen kommt es ab und an vor, dass Konditionen per Handschlag und nicht schriftlich ausgemacht wurden - auch das kann Grund zur Klage sein. Prozesse in Folge einer Kündigung stehen in der Statistik erst auf Platz zwei. Hier wirkt sich die momentan gute Lage auf dem Arbeitsmarkt aus.

Über die Hälfte der Verfahren enden mit einem Vergleich

Betroffene Beschäftigte finden oft recht zügig wieder einen neuen Job. Firmen überlegen es sich außerdem angesichts des Fachkräftemangels zweimal, bevor sie sich von einem Mitarbeiter trennen. Häufig ist auch ein auslaufender befristeter Vertrag der Grund, warum Betroffene eine Klage einreichen.

Dabei werden die Prozesse bei weitem nicht immer mit einem Urteil beendet. In rund 60 Prozent der Fälle, die die DGB Rechtsschutz GmbH letztes Jahr in Bayern vertrat, stimmten Kläger und Beklagter am Ende einem Vergleich zu.