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Symbolbild: Zeitumstellung

Die Zeitumstellung - sie soll abgeschafft werden, wenn es nach die EU-Kommission geht. Deshalb hat die Brüsseler Behörde einen entsprechenden Gesetzesvorschlag gemacht. Und einen Zeitplan aufgestellt. Danach sollen im Oktober 2019 zum letzten Mal die Uhren umgestellt werden, sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc.

Mitgliedsstaaten entscheiden, ob danach Sommer- oder Winterzeit gilt

Damit das gelingt, müssen das Europaparlament und die EU-Länder bis Ende dieses Jahres ihre Positionen feststecken. Anschließend sollen die Mitgliedsstaaten der Kommission im April nächsten Jahres offiziell mitteilen, ob bei ihnen zuhause in Zukunft dauerhaft die Sommerzeit oder die Winterzeit gelten soll. Die EU-Kommission schlägt lediglich vor, dass die Zeitumstellung grundsätzlich abgeschafft werden soll, und dass das in allen EU-Ländern am gleichen Termin geschieht. Die Entscheidung, ob danach Sommer- oder Winterzeit gilt, treffen die Mitgliedsstaaten selbst, betonte Verkehrskommissarin Bulc.

Kritik an EU-Umfrage zur Zeitumstellung

Dass die Zeitumstellung abgeschafft werden soll, hängt mit einer Online-Umfrage zusammen, die die EU-Kommission gestartet hatte. Die Mehrheit der Teilnehmer, von denen die meisten aus Deutschland kamen, sprechen sich dafür aus, den Wechsel von Sommer- auf Winterzeit zu beenden. Kritiker halten diese Umfrage für nicht repräsentativ, weil sie nicht einmal ein Prozent aller EU-Bürger widerspiegelt.

Es geht der EU-Kommission aber auch darum, die Kritik zu entschärfen, dass Brüssel alles regeln will. Wir wollen zeigen, dass wir uns nicht um jede Kleinigkeit, sondern nur um die großen Dinge kümmern, sagte Energiekommissar Maros Sefcovic. Dieser Gesetzesvorschlag über die Abschaffung der Zeitumstellung beweise, dass die Kommission Wort halte.

Aktuell keine Gründe mehr für Zeitumstellung

Verkehrskommissarin Bulc erinnerte an die Gründe, weshalb die Zeitumstellung einst eingeführt wurde: In einigen Ländern bereits im ersten und zweiten Weltkrieg, um Energie zu sparen. In den meisten EU-Staaten wegen der Ölkrise in den 70er-Jahren. All diese Gründe existieren heute aber nicht mehr, erklärte Bulc.

Darüber hinaus haben jüngste Studien belegt, dass die Energieeinsparungen durch die Zeitumstellung heutzutage recht gering ist, sagte Energiekommissar Sefcovic.

Aktuelle Projekte, mit denen mehr Energieeffizienz in Europa erreicht werden sollen, seien deutlich erfolgreicher. Zum Beispiel energiesparende Städte mit LED-Straßenbeleuchtung. Oder Gebäude, die so gebaut und ausgestattet sind, dass sie deutlich weniger Energie benötigen. Die smarten Lösungen bringen viel mehr Einsparungen als die Zeitumstellung, erkläre der Energiekommissar.

Nun sind also die Regierungen in den europäischen Hauptstädten und das Europaparlament dran. Sollte der Zeitplan tatsächlich aufgehen, würden im Oktober nächsten Jahres zum allerletzten Mal die Uhren in Europa umgestellt werden.