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Wenn der BER eröffnet, soll auch die Regierung von dort abheben | BR24

© dpa-Bildfunk/Patrick Pleul

Terminal 2 am BER

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    Wenn der BER eröffnet, soll auch die Regierung von dort abheben

    Ende Oktober soll der neue Berliner Großflughafen eröffnen. Wegen der langen Verzögerung ist keine große Feier geplant, heißt es vom Betreiber. Der wünscht sich, dass die Regierungsmaschinen möglichst schnell an den BER verlegt werden.

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    • BR24 Redaktion

    Wegen der jahrelangen Verzögerungen plant der Chef des Berliner Airports, Engelbert Lütke Daldrup, zur bevorstehenden Eröffnung des neuen Flughafens am 31. Oktober keine große Feier. Sie fällt in die Zeit der Coronakrise und der Flaute im Flugverkehr, deshalb braucht der Flughafen noch mehr Geld. Er wünscht sich aber, dass die Regierung bald vom erweiterten neuen Flughafen in Schönefeld aus abhebt.

    Pendelbetrieb Berlin - Bonn soll weniger werden

    Die Flugbereitschaft sollte die Regierungsflieger aus Sicht der BER-Betreiber zügig komplett an den BER verlegen. "Es wäre auch aus Klimaschutzgründen zu wünschen, dass schnellstmöglich alle Funktionen für den Regierungsflughafen nach Berlin verlagert werden", sagte Flughafenchef Lütke Daldrup bei der großen Pressekonferenz in Berlin. Bislang fliegen die Maschinen häufig ohne Passagiere zwischen dem Sitz der Flugbereitschaft am Flughafen Köln/Bonn und Berlin hin und her.

    Neues Regierungsterminal

    Der politisch-parlamentarische Flugbetrieb am neuen Regierungsterminal soll bereits am 21. Oktober beginnen also zehn Tage vor der offiziellen Eröffnung des BER am 31.10.

    Das Gelände vor dem Regierungsterminal in Schönefeld werde nun zwar für zusätzliche Flugzeuge nach Süden erweitert. Es müssten aber auch Hangars und Kasernenbereiche geplant und gebaut werden. Frühestens in fünf Jahren könnten sie nach seiner Erwartung fertig sein.

    617 Flüge ohne Passagiere

    In den 13 Monaten bis Ende April dieses Jahres sind die Maschinen der Flugbereitschaft nach Angaben des Verteidigungsministeriums 761 mal zwischen ihren Standorten Berlin und Köln/Bonn geflogen - davon 617 mal ohne Passagiere. Leerflüge gebe es, weil Flugzeuge zur Aufnahme von Fluggästen überführt würden oder nach einem Transport an ihren Standort zurückkehrten. Dazu kämen Bereitstellungen von Reserveflugzeugen und Aus- und Weiterbildungsflüge.

    Eröffnung neun Jahre später machen BER "zur Lachnummer."

    Die Pressekonferenz bedeutete auch einen Blick zurück im Zorn: Durch die Probleme beim Bau des Großflughafens seien Berlin und ganz Deutschland zur "Lachnummer" geworden sagte der Flughafenchef: "Wir deutschen Ingenieure haben uns geschämt", sagte der Manager. Auch die Kostensteigerung von rund 2,7 auf knapp sechs Milliarden Euro sei nicht akzeptabel. Deshalb könne man sich nicht mit dem Projekt brüsten. "Es gibt keine große Party. Wir machen einfach auf." Nach dem ersten Spatenstich 2006 wurde die für 2011 angepeilte Eröffnung des Airports immer wieder verschoben.

    2020 benötigt der BER eine Viertelmilliarde Euro extra

    Wegen der Coronakrise benötigt die Flughafengesellschaft FBB laut Lütke Daldrup von den Eigentümern Berlin, Brandenburg und dem Bund 2020 rund 260 Millionen Euro zusätzlich. Wie viel die öffentliche Hand in den kommenden Jahren zuschießen müsse, hänge stark ab vom Verlauf der Virus-Pandemie und den Folgen für den Flugverkehr. Lütke Daldrup sagte: "Bis 2024 benötigen wir eine Unterstützung." Die Corona-Krise stelle Airlines und Flughäfen vor große Probleme und sorge für "die größte Krise des Luftverkehrs seit dem Zweiten Weltkrieg".

    Im Corona-Jahr nur ein Viertel der Passagiere in Berlin

    So dürfte die Zahl der Passagiere in Berlin im kommenden Winterhalbjahr nur ein Viertel der sonst üblichen Größenordnung betragen. "Wir befürchten, dass wir bis 2024 brauchen werden, um wieder das Niveau vor der Krise des Jahres 2019 zu erreichen." Im laufenden Jahr werde die Zahl der Passagiere an den Flughäfen Tegel und Schönefeld insgesamt auf rund zehn Millionen einbrechen - von knapp 36 Millionen 2019.

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