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Wenn Antibiotika nicht mehr wirken | BR24

© picture alliance / dpa

Petrischale in der Antibiotika-Forschung

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    Wenn Antibiotika nicht mehr wirken

    Wir haben ein massives Problem mit sogenannten Antibiotika-Resistenzen. Was genau daran ist so gefährlich? Und was wird getan, um das Problem zu lösen? Von Birgit Magiera

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    Bis zu 15.000 Menschen sterben jedes Jahr an einer nicht behandelbaren Infektion mit so genannten resistenten Krankenhauskeimen. Doch es gibt kaum Forschung, weil sich mit Antibiotika nicht das große Geld verdienen lässt, sagt Andreas Peschel. Er ist Professor für Mikrobiologe an der Uni Tübingen. Außerdem: keine gewinnorientierte Firma will mit viel Aufwand einen neuen Wirkstoff entwickeln, um ihn hinterher möglichst selten zu verkaufen. Antibiotika behalten ihre Wirkung dann am längsten, wenn sie so selten wie möglich verabreicht werden. Deshalb ist maßlose Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ein Riesenproblem. In der Fleischproduktion werden in Deutschland doppelt so viele Antibiotika verabreicht, wie in allen Arztpraxen und Kliniken zusammen.

    Mangelnde Hygiene und Infektionskontrolle in den Krankenhäusern sorgen für die Ausbreitung von Keimen. Oft wird hier gespart. Aber das dickste Brett muss die Forschung bohren. Neuartige Wirkstoffe müssen entwickelt werden. Vielversprechend sind ausgerechnet Viren, sogenannte Bakteriophagen, also Bakterienfresser.

    "Phagen sind biologisch gesehen Viren, aber ganz spezifisch nur gegen Bakterien wirksam. Das macht sie so attraktiv als tatsächlich neues Medikament, alternative Option zu Antibiotika, wenn die nicht mehr helfen." Christine Rohde Mikrobiologin aus Braunschweig

    Unterdessen kommt die Rückbesinnung: 50 Jahre alte Antibiotika, die lange nicht verschrieben wurden, werden jetzt neu erforscht und angewendet. Oft sind sie sogar die letzte Rettung.