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Wenn Akkus auf dem Wertstoffhof zur Gefahr werden | BR24

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Wieviel Müll landet falsch vorsortiert auf dem Recyclinghof? Nach dem Brand in Wörth - wohl ausgelöst durch Lithium-Ionen-Akkus - propagiert der dortige Betreiber das "Thekenmodell" für die Wertstoffhöfe.

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Wenn Akkus auf dem Wertstoffhof zur Gefahr werden

Immer wieder brennt es auf Wertstoffhöfen. Schuld haben oft unsachgemäß entsorgte Akkus. Nach dem Brand in Wörth - wohl ausgelöst durch Lithium-Ionen-Akkus - propagiert der dortige Betreiber das "Thekenmodell" für die Wertstoffhöfe.

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Meterhoch stiegen die Flammen empor. Rauchwolken über einem Recyclinghof in Wörth an der Isar. Das war im Juni – zehn Stunden hielt der Großbrand die Feuerwehrleute in Atem. Man sei diesmal nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt, sagte der Landshuter Landrat Peter Dreier. Es war der dritte Brand auf dem Firmengelände seit Februar. Brandursache sollen Lithium-Ionen-Akkus gewesen sein.

Der Werksleiter des Recylinghofs, Michael Kannengießer, will uns zeigen, warum es immer wieder zu Bränden kommt. Auf den Hof fährt ein weißer LKW – voll mit Schrott von einem Wertstoffhof aus dem Bayerischen Wald.

Falsch vorsortierter Schrott

Die Sachen sind vorsortiert. Hier dürfte eigentlich nur Alteisen zu finden sein. Aber Michael Kannengießer und seine Mitarbeiter finden in diesen Lieferungen immer wieder Dinge, die da nicht hineingehören.

"Wir haben Rasenmäher drin mit Restbenzin, Restöle, Elektrofahrräder mit Akkus. Wenn der Akku abgeschlagen wird, der hat so viel Energie, dass er Großbrände wie zuletzt im Juni bei uns auslösen kann." Michael Kannengießer, Recyclinghof-Werksleiter

Für diese Sachen, die nichts im Alteisen zu suchen haben, macht Kannengießer Verbraucher und Wertstoffhöfe verantwortlich. Dort werde unsachgemäß entsorgt.

Thekenmodell - ja oder nein?

"Meine Forderung wäre ganz klar ein Thekenmodell: Dass der Bürger seine Sachen an einer Theke abgibt und geschultes Wertstoffhofpersonal die Sachen vorsichtet und dann die Abfallströme in die richtigen Abfallbehälter einführt. " Michael Kannengießer

Umweltforscher Siegfried Kreibe lehnt das Thekenmodell ab:

"Das verursacht so große Kosten und das funktioniert auch nicht überall. Die können ja nicht irgendwo auf dem Land jemand stehen haben; der steht an der Theke, und es kommt alle halbe Stunde mal jemand. Das ist einfach unangemessen, das geht nicht." Umweltforscher Siegfried Kreibe, bifa Augsburg

Kreibe betreibt am bifa Umweltinstitut in Augsburg angewandte Umweltforschung. Auch er hält falsch entsorgte Akkus für ein großes Problem. Immerhin wird nur die Hälfte ordnungsgemäß entsorgt – der Rest landet im Hausmüll, im Sperrmüll oder sonstwo. Dabei sind Verbraucher eigentlich gesetzlich zur ordnungsgemäßen Entsorgung verpflichtet.

Damit aus verkehrt weggeworfenen oder behandelten Akkus keine Brände entstehen, müssen aber alle aufpassen, meint Kreibe:

"Die Verbraucher müssen es ordentlich entsorgen. Die Wertstoffhöfe und Annahmestellen in den Geschäften müssen gute Konditionen liefern, damit die Verbraucher diese Konditionen auch nutzen; Beispiel: Bessere Öffnungszeiten. Und die Verwerter, die mit diesen Elektrogeräten als erste umgehen, die müssen sachgerecht mit diesen Geräten arbeiten - das sind die Hauptpunkte." Siegfried Kreibe

Auf dem Recylinghof in Wörth herrscht derzeit eine Limitierung der Mengen – das heißt, der Landrat hat angeordnet, dass die Müllberge schnell weiterverarbeitet werden müssen. Damit Schrottberge mit Akkus nicht zu lange irgendwo rumliegen – in der Hoffnung, dass sich so Großbrände verhindern lassen.