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Weniger CO2: Welche Pläne sind sinnvoll? | BR24

© dpa-Bildfunk

Nadelbäume ragen in den Himmel

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    Weniger CO2: Welche Pläne sind sinnvoll?

    Inlandsflüge verteuern, Ölheizungen verbieten, CO2-Steuer erheben: In der Klimadebatte liegen etliche Vorschläge auf dem Tisch - doch welche bringen tatsächlich was? Ein Überblick von Marcel Heberlein.

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    Dutzende politische Vorschläge wurden in den vergangenen Monaten diskutiert, mit denen der Staat CO2 einsparen soll. Viele würden fürs Klima nur wenig bringen. "Wir halten uns teilweise an Symbolen auf", sagt Brigitte Knopf vom Klima-Forschungsinstitut MCC und meint damit zum Beispiel den Vorschlag, Inlandsflüge zu verbieten. 0,3 Prozent des deutschen CO2-Ausstoßes könnte man damit einsparen. Genauso viel, oder wenig, wie mit einem Tempolimit auf Autobahnen.

    Politisch sind solche Vorschläge hoch umstritten - und für den Klimaschutz bringen sie nur Kleckerbeträge. Mehr als 30 Prozent muss Deutschland an Treibhausgasen einsparen - von jetzt bis 2030, sonst drohen in der EU Milliardenstrafen. Die Zeit ist also knapp.

    Ein Rahmen, der alles zusammenhält

    Viele Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Klima und Wirtschaft sagen deshalb: Es braucht einen Rahmen, der alle politischen Maßnahmen zusammenhält. "Dieser besteht daraus, dass wir einen CO2-Preis einführen", sagt Knopf. Wenn der Ausstoß von CO2 etwas kostet, auch im Verkehr und bei Gebäuden, wo es bisher keinen extra Preis auf CO2 gibt, dann würde Heizen mit Öl zum Beispiel deutlich teurer. Oder Fahren mit Benziner-Autos.

    Klimaforscherin Knopf glaubt: Ein Preis wäre der größte Hebel, um Unternehmen und Verbraucher schnell von klimaschädlichen Verhaltensmustern wegzubringen.

    "Aber er würde auch gleichzeitig Innovationen anregen, CO2-arme Technologien. Und so ein Preis generiert Einnahmen. Mit diesen Einnahmen könnten höhere Energiekosten sozial abgefedert werden. Und das ist ein ganz wichtiger Aspekt in der Debatte, weil: Klimaschutz darf nicht auf Kosten der ärmeren Haushalte gehen." Brigitte Knopf

    Ob der Staat nun den CO2-Preis festlegt - CO2-Steuer wäre hier das Stichwort - oder der Markt ihn aushandelt - Stichwort Emissionshandel -, ist für viele Forscher nicht entscheidend. Hauptsache der Preis kommt, er kommt bald, und er ist hoch genug, damit sich Verhalten wirklich ändert.

    "Kohlekraftwerke sind wichtiger Hebel"

    Die Energiewirtschaft, also alle Kraftwerke, die Strom produzieren, hat schon angefangen, den Hebel umzulegen. Da gibt es auch schon einen CO2-Preis. Trotzdem kommen noch ein Drittel der deutschen CO2-Emissionen von dort. "Natürlich sind die Kohlekraftwerke ein wichtiger Hebel", sagt Knopf deshalb.

    Wenn Deutschland die ältesten Meiler schon früher abschaltet als 2038 - das Ausstiegsdatum für die Kohle, dann könnte das schnell viel CO2 einsparen. Laut der Umweltorganisation BUND ist das Braunkohlekraftwerk in Niederaußem in Nordrhein-Westfalen aktuell der größte Klimasünder. Schaltet man es ab, könnte man von jetzt auf gleich drei Prozent des deutschen CO2-Ausstoßes sparen. Ein großer Hebel.

    Bürgerproteste lähmen Ausbau der Stromtrassen

    Im Gegenzug müssten aber auch erneuerbare Energien weiter ausgebaut werden. Der Schalter wurde dort zwar schon umgelegt. Aber damit auch wirklich Windstrom von Nord nach Süd fließt, bräuchte es große Stromleitungen durchs ganze Land. Doch Bürgerproteste machen den Ausbau träge. Dabei ist Ökostrom auch für den Klimaschutz bei Verkehr und Gebäuden essenziell. Denn die schönste Wärmepumpe und das schönste E-Auto nützen wenig, wenn sie immer noch mit Strom aus Kohle oder Gas laufen.