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Weltartenschutz-Konferenz: Ein Streit ums Elfenbein droht | BR24

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Debatte über mehr oder weniger Artenschutz in Genf

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Weltartenschutz-Konferenz: Ein Streit ums Elfenbein droht

Bei der Weltartenschutz-Konferenz in Genf geht es um die Lockerung oder Verschärfung des Handels gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Tierschützern bereitet ein Antrag zum Elfenbeinhandel Sorgen.

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1973 unterzeichnet regelt das Washingtoner Artenschutzabkommen den Handel mit gefährdeten Arten freilebender Pflanzen und Tiere. Das Spektrum reicht von Einschränkungen bis hin zu kompletten Verboten. Alle drei Jahre treffen sich die 183 Unterzeichnerstaaten, um Justierungen vorzunehmen. Das sei notwendig, erklärt David Morgan vom Sekretariat des Abkommens:

"Die Welt ist genauso groß wie 1973, aber die Anzahl der Verbraucher ist gewachsen. Der Konsum der Menschen hat sich erhöht und der globale Handel wurde erleichtert. Der Druck auf wildlebende Arten hat also deutlich zugenommen."

Über 57 Anträge wird verhandelt

57 Anträge liegen auf dem Verhandlungstisch in Genf, wie der Schutz von wilden Pflanzen und Tieren geregelt werden soll. Dabei geht es zum Beispiel um den Handel mit exotischen Tieren, die als Haustiere begehrt sind. Im Fokus stehen bestimmte Arten von Vogelspinnen, Fröschen, Echsen oder Schildkröten. Bislang ist der internationale Handel kaum reguliert.

Unter anderem die Bundesrepublik setzt sich für einen stärkeren Schutz ein, erklärt Jürgen Friedrich vom Bundesumweltministerium, der Leiter der deutschen Delegation. "Zur Zeit ist es nämlich so, dass der Heimtierhandel in Deutschland schon ein Problem ist, auch von Arten, die in den Ursprungsstaaten, also in den Heimatländern geschützt sind." Diese kämen dann auf diversen Wegen und unkontrolliert nach Deutschland. Dann würden sie zum Beispiel auf Onlinebörsen verkauft.

Anträge, Beschränkungen zu lockern

Es geht in Genf nicht nur darum, Regelungen zu verschärfen. Diskutiert wird auch darüber, einzelne Beschränkungen zu lockern. Kontrovers ist der Antrag von mehreren Ländern aus dem südlichen Afrika. Sie wollen erreichen, dass der bislang komplett verbotene Handel mit Elfenbein wieder, wenn auch eingeschränkt, erlaubt wird. Denn die bisherigen Schutzprogramme hätten Erfolge gezeigt, erklärt Patience Gandiwa von der Wildtierbehörde Simbabwes: "Unser Elefantenbestand ist konstant. Wir haben drei Populationen, die tatsächlich zunehmen. Und eine, die abnahm."

Mit den aus dem Elfenbeinhandel erzielten Gewinnen könnten weitere Schutzprogramme finanziert werden, so die Idee. "Naturschutz war noch nie billig, sondern ist ein teures Unternehmen. Und wenn es keine Steuereinnahmen gibt, müssen wir andere Wege finden, um Mittel zu beschaffen", so Gandiwa.

Tierschützer sind besorgt

Tierschützer, die ebenfalls an der Artenschutzkonferenz teilnehmen, sind besorgt. Daniela Freyer von der Tier- und Naturschutzorganisation "Pro Wildlife" hält eine mögliche Freigabe des Elfenbeinhandels für genau das falsche Signal: "Die Vergangenheit hat einfach gezeigt: wenn der Elfenbeinhandel freigegeben wird, wird auch der illegale Handel und damit die Wilderei sehr stark zunehmen. Es gab schon eine Freigabe des Elfenbeinhandels vor gut zehn Jahren und danach ist die Wilderei extrem angestiegen." In drei Jahren seien über 100.000 Elefanten gewildert worden und "wir möchten natürlich verhindern, dass sich so etwas noch mal wiederholt". Vielmehr müsste weltweit darauf hingearbeitet werden, dass die Nachfrage nach Elfenbein eingedämmt wird.

Wie die Debatten in Genf ausgehen werden, lässt sich allerdings schwer vorhersagen. Für die Annahme der meisten Anträge ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig.

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Ob Elefant, Panda, Tiger oder Nashorn: viele Tierarten gelten als bedroht. Wie sie und ihr Lebensraum besser geschützt werden können, darüber beraten von heute an Experten aus aller Welt in Genf. Besonders umstritten: ein Antrag zum Elfenbeinhandel.