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Hongkong: Tierhandlung, die geschlossen wurde.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Kin Cheung
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Welche Rolle spielen Haustiere bei der Verbreitung von Corona?

Haustiere können sich mit Corona infizieren - seien es Hamster, Katzen, Hunde oder Kaninchen. Besonders gefährlich scheint das aber nicht zu sein, weder für die Tiere noch für den Menschen. Trotzdem sollte man einige Dinge beachten.

Von
Alexander HilmerAlexander Hilmer
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Erst vorgestern haben die Behörden in Hongkong die Tötung von etwa 2.000 Hamstern und anderen Kleintieren wegen der allgemeinen Gesundheitsfürsorge angeordnet. Der Grund: Die Besitzerin einer Tierhandlung hatte sich mit der Delta-Variante infiziert. Die Hamster in dem Geschäft wurden positiv getestet.

In Deutschland gibt es laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bisher dreizehn Fälle, bei denen das Coronavirus vom Menschen auf Tiere übertragen wurde (Stand: 11.1.2022). Die Tiere stammten aus Haushalten, in denen die Halter mit Covid-19 infiziert waren. Viele Besitzer von Haustieren sind nun besorgt, dass ihre Lieblinge jetzt gefährliche Überträger des Covid-19-Virus sein könnten. Hier die wichtigsten Antworten.

Können sich Haustiere wie Hunde oder Katzen mit dem Coronavirus infizieren?

Ja, Haustiere können sich mit dem Coronavirus infizieren. Dazu gehören unter anderem Hunde, Katzen, Frettchen, Kaninchen und Goldhamster. Meerschweinchen gehören nicht dazu. In den meisten Fällen zeigen die erkrankten Tiere keine Symptome.

Dass Katzen und Hunde sich mit SARS-CoV-2 infizierten können, wurde sowohl experimentell als auch unter natürlichen Bedingungen nachgewiesen. Katzen und Hunde entwickelten eine aktive Infektion, bildeten Antikörper und scheiden das Virus auch aus. Dabei sind Katzen empfänglicher als Hunde. Eine Übertragung von SARS-CoV-2 von Katze zu Katze ist möglich.

Was tun, wenn meine Katze oder mein Hund Corona- Symptome hat?

Zeigt das Tier auffällige Symptome wie Husten, Atemprobleme oder eine laufende Nase und im eigenen Haushalt grassiert Corona, ist in Einzelfällen ein Test auf SARS-CoV-2 ratsam. Diesen erstellt normalerweise der Tierarzt. Das Testverfahren entspricht dem bei Menschen.

Falls bei Ihrem Haustier durch die zuständige Tierärztin oder den zuständigen Tierarzt eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde, muss dies dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Üblicherweise geschieht dies durch die behandelnde Tierärztin, den Tierarzt oder das Labor. Durch diese Meldepflicht sollen Antworten auf weitergehende und noch ungeklärte Fragen über Vorkommen und Ausbreitung von Corona-Infektionen bei Haustieren gefunden werden. Selbst wenn ein Tier infiziert ist, muss man jedoch als Halter keine Angst haben, dass einem das Tier weggenommen wird: Es besteht kein Grund, dass das Haustier aus dem Haushalt genommen oder gar eingeschläfert wird.

Können Haustiere Corona auf ihre Besitzer übertragen?

Klinikvorstand Prof. Dr. Katrin Hartmann, Expertin für Infektionskrankheiten bei Katzen und Hunden und Leiterin der Medizinischen Kleintierklinik an der LMU München, gibt Entwarnung: "Der Hund oder die Katze überträgt das Coronavirus nicht zurück auf den Menschen. Es gibt keinen einzigen dokumentierten Fall. Das liegt daran, dass die Virusbelastung bei Hund und Katze deutlich niedriger liegt als beim Menschen, so dass diese für uns Menschen nicht infektiös sind."

Können sich Haustiere bei infizierten Menschen anstecken?

Hunde und Katzen können von infizierten Menschen, vermutlich bei engem Kontakt, angesteckt werden. Jedoch gibt es derzeit keine Hinweise dafür, dass SARS-CoV-2 sich in Katzen und Hunde besonders stark und längerfristig vermehrt. Aus epidemiologischer Sicht scheinen Katzen und Hunde keine große Bedeutung bei der Übertragung von SARS-CoV-2 zu spielen.

Weitere Untersuchungen sind aber notwendig, um die Rolle von Haustieren als Überträger sicher zu klären. Es gibt aber keinen Grund, Hunde oder Katzen deswegen wegzugeben oder gar auszusetzen.

Wie sollte man sich als Katzen- oder Hundehalter verhalten?

Wer sich mit Corona infiziert hat, sollte den Kontakt mit seinem Haustier auf ein Minium reduzieren und dabei einen Mund- Nasen-Schutz tragen. Man sollte die Tiere nicht anhusten, anniesen und sich auch nicht von ihnen ins Gesicht lecken lassen, empfiehlt das Friedrich-Loeffler-Institut.

Wenn möglich, sollten sich andere Personen in dem Haushalt oder Nachbarn um das Tier kümmern. Hunde und Katzen von SARS-CoV-2-infizierten Menschen sollten von einer nicht-infizierten Person betreut werden, die selbst keiner Risikogruppe für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung (z. B. Atemwegserkrankungen, fortgeschrittenes Alter) angehört.

Was ist beim Umgang mit Haustieren in häuslicher Isolation bzw. Quarantäne zu beachten, wenn man selbst infiziert ist?

Aus Sicht des Friedrich-Loeffler-Instituts können und sollten Haustiere bei einer Infektion des Tierhalters im Haushalt verbleiben. Unbedingt beachtet werden sollten jedoch allgemeine Hygieneregeln wie Händewaschen vor und nach Kontakt mit den Tieren. Einen engen Kontakt zu seinen Tieren sollte eine infizierte Person generell vermeiden.

Außerdem sollten Personen, die sich in Quarantäne befinden, Bekannte oder Freunde bitten, bei der Pflege des Tieres zu unterstützen. Das schließt unter anderem das Gassigehen mit Hunden ein. Katzen sollten nach Möglichkeit für die Dauer der Quarantäne das Haus nicht verlassen, damit sie keine anderen Katzen anstecken können.

Was muss ich als Hunde-Sitter beachten?

Wer den Hund eines infizierten Nachbarn ausführt, sollte wegen der Ansteckungsgefahr möglichst eine eigene Leine verwenden, empfiehlt das FLI. Nach dem Gassigehen immer die Hände waschen. Achtung: Das Risiko für eine eigene Ansteckung geht weniger von dem Hund aus, als von den infizierten Herrchen oder Frauchen.

Müssen meine Katze oder mein Hund eine Maske tragen?

Eine Maske für das Tier ist nicht nötig, da die Gefahr vom infizierten Menschen ausgeht. Zudem wäre eine Maske für das Tier eine Qual. Vielmehr sollte der Mensch einen Mund-Nase- Schutz tragen. Gerade mit Corona infizierte Menschen können große Virusmengen über Nase und Mund ausscheiden.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten des Friedrich-Löffler-Instituts oder denen des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

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