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Nach wochenlangem Shutdown werden heute in Deutschland die ersten Corona-Auflagen schrittweise gelockert - in Bayern weniger als im übrigen Bundesgebiet. Was wo erlaubt ist und was verboten bleibt, erfahren Sie hier.

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Erste Lockerungen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt

Nach wochenlangem Shutdown werden heute in Deutschland die ersten Corona-Auflagen schrittweise gelockert - in Bayern weniger als im übrigen Bundesgebiet. Ein Überblick, wo was erlaubt ist und was verboten bleibt.

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Nachdem über einen Monat lang wegen des Coronavirus fast nichts mehr ging, kommt Deutschland langsam wieder in Bewegung. Ganz behutsam soll das öffentliche Leben wieder anlaufen. Dabei sind die Regelungen bundesweit unterschiedlich. Bayern ist besonders vorsichtig. Hier der Überblick:

Abstand halten, Kontakte beschränken

Die Kontaktbeschränkungen mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern gelten weiterhin bis vorerst 3. Mai. Wer draußen unterwegs ist, braucht in Deutschland einen triftigen Grund (Arbeit, Einkauf, Hilfe, Bewegung/Sport) und darf nur mit Mitbewohnern oder maximal einer anderen Person unterwegs sein.

In Bayern war der Kontakt zu haushaltsfremden Personen bislang untersagt. Ab Montag dürfen auch die Menschen im Freistaat mit einer Kontaktperson joggen oder spazieren gehen. Das gilt auch für Kinder. Sie dürfen sich mit einer Freundin oder einem Freund treffen - aber nur im Freien.

Geschäfte bis 800 Quadratmeter öffnen

Geschäfte mit einer Ladenfläche bis zu 800 Quadratmetern können wieder öffnen. Für Buchhandlungen, Auto- und Fahrradhändler gilt diese Flächenbegrenzung nicht.

Wann wo geöffnet wird, entscheiden die Länder teils sehr unterschiedlich. So dürfen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland auch größere Geschäfte öffnen, wenn sie die Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter eingrenzen. In Nordrhein-Westfalen sperren zum Beispiel auch Möbelhäuser und Babyfachmärkte auf.

Einen anderen Weg geht Bayern: Hier öffnen am Montag nur Bau- und Gartenmärkte sowie Gärtnereien. Geschäfte bis 800 Quadratmeter, Autohäuser, Fahrradgeschäfte und Buchläden folgen erst am 27. April.

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Fahrplan für die Öffnung der Geschäfte in Bayern.

Maskenpflicht kommt auch in Bayern

Nun also doch: Mit den ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Bayern kommt auch eine Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr - und zwar gilt die Regelung am Montag, 27. April.

Vergangenen Donnerstag hatte die Staatsregierung noch ein "Maskengebot" ohne Verpflichtung beschlossen, über das Wochenende hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Meinung geändert: "Appelle allein werden wahrscheinlich nicht die notwendige Sicherung sein", sagte Söder am Montag Vormittag im Landtag.

Daher komme mit der Öffnung zahlreicher Geschäfte und der Rückkehr erster Klassen in die Schulen ab nächster Woche eine Mund-Nasen-Schutz-Verpflichtung, kündigte Söder an. Es gehe nicht um medizinische Masken, sondern um Alltagsmasken, auch Schals seien "ausreichend", wenn sie Mund und Nase bedeckten.

Telefon-Krankschreibung doch weiter möglich

Menschen mit Erkältungssymptomen dürfen sich in der Corona-Krise nun doch weiter per Telefon krankschreiben lassen, und zwar für maximal eine Woche mit einer Verlängerung. Das hat der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen, Hecken, angekündigt.

Geplant ist, die Regelung, die heute ausgelaufen ist, bis zum 4. Mai zu verlängern. In den vergangenen drei Wochen konnten Ärzte ihren Patienten ausnahmsweise auch telefonisch ein Attest ausstellen, allerdings nur, wenn hinter den Symptomen eine Infektion mit dem Virus stecken könnte.

Rückkehr an die Schulen

Die ersten Schüler kommen für Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen in die Schulen zurück. Berlin, Brandenburg und Sachsen machen am Montag den Anfang. Die Abschlussklassen in Sachsen etwa bekommen für den Schulstart sogenannte Hygiene-Starterpakete mit Desinfektionsmittel und Schutzmasken.

In Bayern dürfen ab dem 27. April die Abschlussklassen an den weiterführenden und beruflichen Schulen wieder in den Unterricht. Wann andere Klassen folgen, ist noch unklar. Denkbar ist, dass ab 11. Mai zunächst die Schüler zurückkehren, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen werden, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die aktuellen Neuntklässler an Realschulen - und eventuell die Viertklässler.

Kitas bleiben geschlossen

Kitas und Kindergärten bleiben bundesweit weiter geschlossen. Wie es hier weitergeht, ist offen. Am Montag kommen Bund und Länder mit Experten zusammen, um Konzepte zu erarbeiten. In Bayern können Eltern ab 27. April ihre Kleinen in die Notbetreuung geben, auch wenn nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Job arbeitet. Auch für Alleinerziehende plant der Freistaat Hilfen.

Semesterbeginn an Hochschulen

Das Sommersemester findet in Deutschland vorwiegend per Fernstudium statt. Prüfungen und Präsenztermine sind nur in Ausnahmefällen und unter strengen Hygienevorschriften erlaubt. Auch Labore, Bibliotheken und Archive öffnen nur unter strengen Auflagen. In Bayern wird über die Öffnung der Bibliotheken erst noch entschieden.

Keine Gottesdienste und Großveranstaltungen

Das Versammlungsverbot besteht weiterhin. Großveranstaltungen sind bis 31. August untersagt. Was alles unter "Großveranstaltung" fällt, wird noch geklärt. Bundesligaspiele vor Publikum werden in dieser Saison nicht mehr stattfinden. In der Debatte um Geisterspiele ohne Fans ist noch nichts entschieden. Und auch Gottesdienste fallen weiter aus. Ausnahme ist Sachsen: Hier sind bis zu 15 Personen in Kirchen erlaubt.

Verzicht auf Reisen

Auf Reisen - auch zu Verwandten - soll weiterhin verzichtet werden. Touristische Übernachtungen sind nicht gestattet. Für Auslandsreisen gilt weiterhin die weltweite Reisewarnung. Viele Grenzen sind und bleiben dicht. In manchen Bundesländern öffnen allerdings die Zoos wieder.

Gastronomie und Spielplätze weiterhin geschlossen

Restaurants und Bars dürfen nur Außer-Haus-Service anbieten. Geschlossen bleiben auch Kultureinrichtungen, Schwimmbäder, Spielplätze, Fitnesscenter, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe.

Friseure am 4. Mai

Friseure dürfen erst ab dem 4. Mai wieder Kunden bedienen. Angestellte und Kunden müssen dann aber geschützt werden, Warteschlangen sind zu vermeiden. In Bayern dürfen dann auch medizinische Fußpfleger wieder arbeiten.

Auf Bundesebene wird am 30. April wieder über das weitere Vorgehen beraten.

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