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Stichprobe zeigt: Weihnachtsbäume mit Pestiziden belastet | BR24

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Weihnachsbaumverkauf

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    Stichprobe zeigt: Weihnachtsbäume mit Pestiziden belastet

    Zwar ist die Anzahl der untersuchten Weihnachtsbäume einer Stichprobe des Bund Naturschutzes gering - dennoch wurden bei 14 von 23 Bäumen Rückstände von Pestiziden nachgewiesen. Kritisch sei dabei die Mehrfachbelastung mit verschiedenen Wirkstoffen.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Weihnachtsbäume auf Rückstände untersuchen lassen. Sie stammten dabei überwiegend von deutschen Plantagen und wurden stichprobenartig in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf an 23 Verkaufsstellen in acht Bundesländern erworben.

    14 von 23 Bäumen belastet

    Insgesamt wurde untersucht, ob die Weihnachtsbäume mit Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden belastet sind. Bei 14 von 23 Bäumen wurden der BUND fündig. Neun verschiedene Wirkstoffe konnten dabei nachgewiesen werden, von denen sieben zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden. Bei sieben Bäumen wurde das Insektenbekämpfungsmittel Lambda-Cyhalothrin nachgewiesen. Laut Bund schädigt es unter anderem Nervenzellen und das Hormonsystem, ist hoch giftig für Bienen und Wasserlebewesen und reichert sich auch in anderen Lebewesen an.

    In zwei Weihnachtsbäumen wurde das umstrittene Totalherbizid Glyphosat nachgewiesen. Mehr als ein Viertel der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, drei Bäume enthielten sogar Rückstände von drei Pestiziden. "Besonders kritisch ist die hohe Mehrfachbelastung, viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt", so die BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. "Die Wechselwirkung der Einzelstoffe auf die menschliche Gesundheit ist nahezu unbekannt."

    Politik beim Verbot von Pestiziden gefordert

    Der Einsatz von Pestiziden auf Plantagen sei vor allem ein Problem für die Artenvielfalt, so der BUND. Der Verband fordert deshalb ein strikteres Vorgehen vor allem des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Es fehle an konkreten Maßnahmen, um den Pestizideinsatz mindestens um 50 Prozent bis 2030 zu reduzieren, so wie es die EU-Kommission 2020 vorgeschlagen habe, kritisiert der BUND.

    Die Untersuchungsergebnisse

    Stichprobenkäufe wurden unter anderem in Würzburg getätigt. Hier fanden die Tester keine Rückstände bei der Untersuchung des Weihnachtsbaums - ebenso wie beim Kauf einer Nordmann-Tanne im Hagebaumarkt in München. In Nürnberg wurden die Tester fündig. In einer dänischen Blaufichte im Topf wurde das Pflanzenschutzmittel Pirimicarb nachgewiesen. Untersucht wurden insgesamt fünf Bäume aus Bayern von Verkaufsständen in München, Unterhaching, Nürnberg, Gemünden und Würzburg. Von der bayerischen Stichprobe waren drei der fünf Bäume belastet.

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