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Weidel-Spendenaffäre: Spur führt zu Milliardär aus der Schweiz | BR24

© dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

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    Weidel-Spendenaffäre: Spur führt zu Milliardär aus der Schweiz

    In der Spendenaffäre um die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel führt eine Spur zu der deutsch-schweizerischen Milliardärsfamilie Conle. Das berichten WDR, NDR und SZ. Weidels Bodenseekreisverband hatte 2017 132.000 Euro aus dem Ausland erhalten.

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    Im Fall der umstrittenen Spende zugunsten der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel führt die Spur zu der deutsch-schweizerischen Milliardärsfamilie Conle. Das haben Recherchen von WDR, NDR, Süddeutscher Zeitung und dem Schweizer Tages-Anzeiger ergeben.

    AfD verschleiert Herkunft des Geldes mit Strohleuten

    Um die Herkunft des Geldes zu verschleiern, waren die Namen von Strohleuten angegeben worden. Es geht um die 132.000 Euro, die im Jahr 2017 aus der Schweiz an den Kreisverband Bodenseekreis der AfD geflossen waren - zu Gunsten des Wahlkampfs von Alice Weidel.

    Kommt die Spende von deutsch-schweizerischem Milliardär Conle?

    Als Absender stellte sich später die Pharmafirma PWS in Zürich und deren Besitzer Kurt Häfliger heraus. Der sagte erst, er habe das Geld für einen Bekannten weitergeleitet, später gab er eine Liste mit Strohleuten als angebliche Spender ab. Jetzt nennt sein Anwalt das einen Fehler und spricht wieder von einem einzelnen Spender. Die Spur führt nach Recherchen von WDR, NDR und SZ, sowie des Schweizer Tagesanzeigers ins Umfeld des deutsch-schweizerischen Milliardärs Conle. Er hat einen Wohnsitz in Zürich und gilt als guter Bekannter von Häfliger.

    Conle stammt aus Duisburg

    Der Immobilienmilliardär Henning Conle stammt aus Duisburg und ist ein Nachfahre des LTU-Gründers. Einer der Strohleute auf der Liste ist außerdem ein Angestellter einer Firma, in der der Milliardär Conle Hauptaktionär ist. Häfligers Anwalt wollte sich zu dem Namen nicht äußern. Conle selbst reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

    Um diese Spenden an Alice Weidel geht es

    Die zuständige Staatsanwaltschaft Konstanz ermittelt gegen Weidel und drei weitere Mitglieder ihres Kreisverbandes am Bodensee wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Parteiengesetz. Die Partei hatte im November bestätigt, dass eine Schweizer Pharmafirma 2017 rund 130.000 Euro in mehreren Tranchen an den AfD-Kreisverband überwiesen hatte. Das Geld wurde den Angaben zufolge im Frühjahr 2018 zurückgezahlt. Spenden von Nicht-EU-Bürgern an deutsche Parteien sind illegal.

    Spendenwirbel auch um AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen

    Auch der AfD-Chef Jörg Meuthen hatte im Jahr 2016 Wahlkampfhilfen im Wert von 89.000 Euro bekommen. Die Schweizer Werbeagentur Goal AG unterstützte ihn mit Inseraten, Flyern, Plakaten und bei seiner Website. Zehn Geldgeber gaben der Goal AG laut Meuthen dafür Beträge zwischen 6.000 und 9.700 Euro. Die Spendenaffäre beschäftigt die AfD seit Wochen. Der "Spiegel" und das ARD-Magazin "Report Mainz" hatten berichtet, eine beim Bundestag eingereichte Liste mit den Namen von zehn angeblichen Finanziers Meuthens sei offenbar falsch. Mehrere der vermeintlichen Geldgeber hätten lediglich als Strohleute fungiert.