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Wegen US-Politik: Türkei droht mit Schließung von Incirlik | BR24

© Ibrahim Erikan/dpa

Flugzeuge auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik

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    Wegen US-Politik: Türkei droht mit Schließung von Incirlik

    Das Verhältnis zwischen den NATO-Partnern USA und Türkei gilt schon länger als beschädigt. Jetzt drohte Präsident Erdogan mit der Schließung der Airbase in Incirlik, sollten die USA an ihrer Politik festhalten.

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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält angesichts der Spannungen zwischen Washington und Ankara auch eine Schließung von zwei Stützpunkten für die USA für möglich. "Wenn erforderlich" könne man die von den USA genutzte Luftwaffenbasis Incirlik und die US-Radarstation Kürecik in der Provinz Malatya schließen, sagte Erdogan in einem Interview mit dem Sender A Haber.

    Insbesondere wenn "Maßnahmen wie Sanktionen" gegen die Türkei in Kraft treten sollten, werde man die entsprechende Antwort geben, sagte Erdogan. Vergangene Woche hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bereits angedeutet, dass die Türkei im Fall von US-Sanktionen den USA den Zugang zu Incirlik und Kürecik verwehren könnte.

    Die Luftwaffenbasis in Incirlik ist eines der wichtigsten Drehkreuze für die US-Luftstreitkräfte in der Region. Auf ihr lagern zudem US-Atomwaffen. Auch die Bundeswehr hatte mit ihren Aufklärungs-Tornados Incirlik lange genutzt, war nach einem Streit mit der Türkei 2017 aber auf Jordanien ausgewichen.

    Sanktionen wegen Raketengeschäft mit Russland?

    US-Senatoren fordern Sanktionen gegen die Türkei, weil diese im Sommer das russische Raketenabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die US-Regierung befürchtet unter anderem, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangen könnte.

    Ankara war Partner beim Bau des Kampfjets und wollte zahlreiche Flugzeuge kaufen. Wegen des Rüstungsdeals mit Moskau haben die USA die Türkei aus dem F-35-Programm ausgeschlossen. Harte Sanktionen blieben bislang aber aus.

    Für weitere Spannungen zwischen den NATO-Partner sorgte der Syrien-Konflikt. Hier unterstützten die USA die kurdische YPG, die von der Türkei als Terrororganisation angesehen und bekämpft wird.

    Völkermord an den Armeniern

    Zuletzt hatten sich die Töne aus Ankara weiter verschärft, weil nach dem Repräsentantenhaus auch der US-Senat die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord anerkannt hat. Eine entsprechende Resolution war am Donnerstag verabschiedet worden. Die Türkei protestierte scharf. Erdogan sagte nun, es handele sich um eine politische Entscheidung, die inakzeptabel sei.

    Während des Ersten Weltkriegs waren Armenier systematisch verfolgt und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden, manche sogar bis zu 1,5 Millionen Opfern. Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300 000 bis 500 000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.