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Medikamente auf dem Nachttisch

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    Wegen Corona: Weniger Erkältungen, Durchfall und Kopfläuse

    Abstandsregeln, Homeoffice und geschlossene Kitas haben wohl dazu geführt, dass die Menschen sich weniger erkälten oder Kopfläuse einfangen. Medikamente dagegen wurden deutlich weniger verkauft. Doch das ist wahrscheinlich kein langfristiger Trend.

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    Von
    • Dominik Einzel

    Eigentlich ist Schnupfenzeit. Auf dem Nachttisch stehen da gerne mal alle möglichen Mittel gegen grippale Infekte griffbereit. Doch die Folgen der Corona-Pandemie sorgen offenbar dafür, dass sich die Menschen weniger mit den klassischen Erkältungskrankheiten anstecken.

    Weniger Husten, Schnupfen, Durchfall und Kopfläuse

    Bei Erkältungspräparaten wurden im vergangenen Jahr 20 Prozent weniger Packungen verkauft, melden große Arzneimittelhersteller. Das machte sich auch in Apotheken bemerkbar. Neben Nasentropfen, Schleimlösern und Mitteln gegen grippale Infekte gingen aber auch deutlich weniger Medikamente gegen Durchfall über die Theke. Marktforschung zufolge wurden in den ersten neun Monaten der vergangenen Jahre etwa 15 Millionen Packungen nachgefragt – 2020 waren es dagegen nur knapp 12 Millionen - also ein Fünftel weniger.

    Bei Läusemitteln war der Rückgang noch deutlicher. Der Absatz halbierte sich fast: von etwa zwei Millionen auf 1,2 Millionen Medikamente.

    Positiver Nebeneffekt der Abstandsregeln

    Die Apothekervereinigung ABDA vermutet, dass die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie für den Rückgang der Ansteckungen mit Durchfallerkrankungen und Erkältungen sorgt. Besonders die Abstandsregeln könnten den Rückgang von Parasiten wie den Läusen erklären. Deutlich stärker nachgefragt wurden zwar Desinfektionsmittel, die waren insgesamt aber kein großer Umsatztreiber, so ein Sprecher der Vereinigung.

    Nahrungsergänzungsmittel boomen

    Die Corona-Einschränkungen hatten für die Arzneimittelhersteller wirtschaftlich gesehen allerdings auch positive Folgen. Denn die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln stieg - etwa nach Vitamin-Tabletten zur Stärkung der Abwehrkräfte. Die großen Hersteller der Pharmabranche beobachteten einen deutlichen Trend zur aktiven Gesundheitsvorsorge.

    Schnupfennasen im Herbst wohl wieder allgegenwärtig

    Dass die Erkältungskrankheiten dauerhaft auf dem Rückzug sind, sehen die Medikamentenhersteller aber nicht. Die Branche geht davon aus, dass spätestens im Herbst die übliche Erkältungssaison wieder losgeht. Wenn in den kommenden Monaten Hygiene- und Abstandsregeln gelockert werden sollten, steigt auch der Verkauf von Produkten gegen Erkältungskrankheiten wieder an, so die Hersteller.

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