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Wegen Corona: In der Schweiz ist Homeoffice ab heute Pflicht | BR24

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In der Schweiz ist Homeoffice ab heute Pflicht

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Wegen Corona: In der Schweiz ist Homeoffice ab heute Pflicht

In Deutschland heiß diskutiert - in der Schweiz seit heute Pflicht: Homeoffice. Das Nachbarland Schweiz verschärft seine Corona-Maßnahmen und macht unter anderem das Zuhause-Arbeiten zum Muss. Zumindest mal bis Ende Februar.

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Von
  • Dietrich Karl Mäurer
  • Ines Schneider

In der Schweiz gelten ab heute deutlich verschärfte Corona-Maßnahmen. Unter anderem müssen Läden für Güter des nicht-alltäglichen Bedarfs schließen, es dürfen sich nur noch maximal fünf Personen treffen. Und statt einer Empfehlung zum Arbeiten zu Hause gibt es ab sofort eine Homeoffice-Pflicht.

Trotz vergleichsweise hoher Infektionszahlen galten in der Schweiz bislang im europäischen Vergleich relativ lockere Corona-Regeln und Maßnahmen. Nun aber wird - zunächst bis Ende Februar - ein recht harter Lockdown-Kurs gefahren.

Kontakte reduzieren und Virus-Ausbreitung bremsen

Und das unter anderem mit einer nicht unumstrittenen Maßnahme: Ab ins Homeoffice heißt es ab heute in einer Erklärung der Berner Regierung.

"Die Arbeitgeber sind verpflichtet, Homeoffice überall dort anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismäßigem Aufwand umsetzbar ist." Anordnung der Schweizer Regierung

Umsetzbar ist die Vorgabe der Regierung aber tatsächlich fast nur für Menschen mit Bürojobs. Und unklar ist auch: Was genau bedeutet "verhältnismäßig"? Erich Scheidegger vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft meint, in einem normalen Dienstleistungsbereich oder auch bei der Bundesverwaltung Arbeitsplätze zu Hause einzurichten, sei kein Problem. Für einen Dienstleistungsbetrieb in der Finanzindustrie mit hochspezialisierten Arbeitsplätzen und einer ganzen IT sei es dagegen nicht zumutbar, diese Arbeitsplätze zu Hause installieren.

Das Kann ist ein Muss - nicht unumstritten

Die Schweizer Regierung, die im Kampf gegen das Coronavirus bislang stark auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger gesetzt hatte, schwenkt jetzt um. Gesundheitsminister Alain Berset hatte sich schon mehrmals für die Homeoffice-Pflicht eingesetzt, doch im bürgerlichen Lager war man dagegen. Auch der Schweizerische Gewerbeverband SGV hatte sich gegen eine Pflicht zur Heimarbeit stark gemacht und eine Belastung für kleine und mittlere Unternehmen befürchtet.

Doch wegen der Angst vor mutierten, stärker ansteckenden Virusvarianten wurde die Pflicht nun doch beschlossen. Beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB wird die Homeoffice-Pflicht begrüßt. Sie sei ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Pandemie und wichtig für den Gesundheitsschutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Homeoffice-Anteil seit Beginn der Pandemie stark gestiegen

Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte stieg der Anteil der Beschäftigten, die pro Woche mindestens einen halben Tag von zu Hause arbeiten, seit Beginn der Corona-Krise von 25 auf 50 Prozent.

Auch in Deutschland sind noch härtere Corona-Maßnahmen im Gespräch. Bei den Bund-Länder-Beratungen morgen dürfte dabei ebenfalls über zusätzliche Homeoffice-Vereinbarungen gesprochen werden. Für Betriebe und Verwaltungen ist eine Homeoffice-Pflicht light im Gespräch. Demnach soll, wo dies möglich ist, Homeoffice angeboten werden müssen.

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