BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Wegen Corona-Hotspots: Reproduktionszahl steigt auf 2,88 | BR24

© picture alliance/Boris Roessler/dpa

Die Gefährdung der Gesundheit durch das Corona-Virus ist laut Robert-Koch-Institut für die Deutschen immer noch "hoch".

27
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Wegen Corona-Hotspots: Reproduktionszahl steigt auf 2,88

Die Corona-Ansteckungsrate in Deutschland ist deutlich über den kritischen Wert 1 gestiegen: Die Reproduktionszahl liegt laut RKI jetzt bei 2,88, womit eine erkrankte Person im Schnitt fast drei weitere ansteckt. Grund sind lokale Infektionsherde.

27
Per Mail sharen

Der Corona-Hotspot bei der Schlachtfabrik Tönnies in Nordrhein-Westfalen und andere lokale Ausbrüche treiben die Virus-Ansteckungsrate in Deutschland nach oben: Die sogenannte Reproduktionszahl ist über das Wochenende deutlich über den kritischen Wert von 1 angestiegen.

Das eher auf kurzfristige Änderungen reagierende "4-Tage-R" werde nun auf 2,88 geschätzt, das ausgeglichenere "7-Tage-R" auf 2,03, hieß es am Sonntagabend im Lagebericht des Robert-Koch-Instituts. 100 Infizierte stecken damit rechnerisch im Schnitt 288 beziehungsweise 203 neue Personen an und die Zahl der Erkrankten insgesamt nimmt zu.

Bereits am Samstag hatte es einen deutlichen Anstieg gegeben: Das "4-Tage-R" wurde auf 1,79 (Freitag: 1,06, Donnerstag: 1,00, Mittwoch: 0,89) und das "7-Tage-R" auf 1,55 geschätzt. Am Mittwoch lag die 7-Tages-Rate noch bei 0,89. Das RKI führte die Entwicklung vor allem auf lokal begrenzte Ausbrüche zurück.

Ziel ist ein Wert von unter 1

Ziel ist ein Wert von unter 1, weil dann die Zahl der Infizierten rechnerisch sinkt. Das ist auch mit Blick darauf wichtig, ob Lockerungen ausgeweitet oder wieder zurückgenommen werden müssten.

Da die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen, beeinflussen die lokalen Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark, erklärte das RKI. "Die weitere Entwicklung muss in den nächsten Tagen beobachtet werden, insbesondere in Bezug auf die Frage, ob es auch außerhalb der beschriebenen Ausbrüche zu einem Anstieg der Fallzahlen kommt."

Fast 190.000 Infizierte in Deutschland

Die Zahl der neu Infizierten stieg nach Angaben des Instituts am Sonntag um 687 nach 601 am Samstag. Sie beträgt insgesamt nun 189.822. Die Zahl der Verstorbenen wurde mit 8.882 angegeben.

Aktuell berichtete das RKI von einer hohen Zahl an Neuinfektionen in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf sowie in Magdeburg und dem Berliner Stadtteil Neukölln. Der Anstieg in Gütersloh sei auf einen Ausbruch in einem fleischverarbeitenden Betrieb zurückzuführen, wo mehr als 1.300 Mitarbeiter positiv getestet worden seien. Damit stünden auch die Zahlen in Warendorf im Zusammenhang, da Mitarbeiter der Firma ihren Wohnsitz in dem benachbarten Landkreis hätten. In Magdeburg gebe es einen Ausbruch, von dem mehrere jetzt geschlossene Schulen betroffen seien. In Neukölln gehe es um Fälle im Umfeld einer Glaubensgemeinschaft.

RKI: Gesundheitsgefährdung in Deutschland weiterhin "hoch"

Das Institut schaut sich bei der Beurteilung der Lage aber nicht nur den R-Wert an. Wichtig sind demnach auch die Zahl der Neuinfektionen im Tagesvergleich, die Zahl positiv ausgefallener Tests sowie die Be- und Auslastung des Gesundheitswesens. Am Sonntag hieß es, das RKI schätze die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit weiter insgesamt als "hoch" und für Risikogruppen als "sehr hoch" ein.

© BR24

Infektionszahl, Verdopplung, Reproduktionszahl, R-Wert. Corona und das Problem mit den Zahlen. Was genau bedeuten die ganzen Zahlen? Was sagen sie aus?