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Erkältungssaison 2021 fiel wegen Corona fast vollständig aus

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    Erkältungssaison 2021 fiel wegen Corona fast vollständig aus

    Abstand, Hygieneregeln und Masken schützen nicht nur vor einer Corona-Infektion, sondern auch vor der klassischen Erkältung. Diese Annahme wird jetzt durch Zahlen einer Krankenkasse gestützt. Die Kasse rät: So solle man sich auch künftig schützen.

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    Von
    • Dirk Vilsmeier

    Im ersten Halbjahr 2021 hat es deutlich weniger Erkältungen, also Atemwegsinfekte, gegeben als in den Vorjahren. Daten der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge ist die Zahl der Fehltage auf Grund einer Atemwegserkrankung auf ungefähr ein Drittel der bisher üblichen Werte gefallen.

    Anteil der Erkältungen bei Krankschreibungen deutlich gesunken

    Konkret bedeutet das, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 100 DAK-Versicherte 48 Fehltage wegen einer Atemwegsinfektion kamen – 2020 waren es noch 140 Fehltage gewesen. Die Erkältungssaison 2021 sei damit nahezu komplett ausgefallen, wie der Vorstandschef der Versicherung, Andreas Storm, betonte.

    Der Anteil der Atemwegserkrankungen an den gesamten Erkrankungen, die zu einer Arbeitsunfähigkeit führten, sank damit auf gut sieben Prozent. 2020 hatte ihr Anteil noch bei mehr als 18 Prozent gelegen.

    Erkältungssaison: Abstands- und Hygieneregeln künftig beibehalten

    Wesentlich zu der niedrigen Zahl von Erkältungen beigetragen, hätten die Abstands- und Hygieneregeln, die wegen der Corona-Pandemie eingeführt wurden. Storm plädiert deshalb dafür, sich auch künftig in der Erkältungszeit an diese Regeln zu halten und sich dabei ein Beispiel an Asien zu nehmen. Die Maske sei im Kampf gegen Krankheitserreger so einfach wie wirkungsvoll.

    "Die wegen der Pandemie eingeführten Abstands- und Hygienemaßnahmen haben sich als wirkungsvoller Infektionsschutz erwiesen", so Storm. In der Arbeitswelt, etwa mit Plexiglasscheiben vor den Supermarktkassen oder Belüftungskontrollen in Konferenzräumen, sei "ein neuer Standard erreicht, den wir nicht mehr aufgeben sollten".

    Statt Erkältung Rückenschmerzen oder psychische Probleme

    Auch insgesamt sank, bei der DAK-Gesundheit, die Zahl der Krankschreibungen im ersten Halbjahr – sie fiel auf 3,7 Prozent. In den beiden vorangegangenen Jahren hatte sie bei 4,2 Prozent gelegen. Im Durchschnitt kam ein Versicherter des Unternehmens damit auf nur noch 6,7 Fehltage, 22 Prozent weniger als beispielsweise 2020.

    Im Gegensatz zu den Erkältungen legten allerdings die Fehltage wegen Rückenschmerzen oder Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems deutlich zu. Anteilig gesehen erkrankten auch mehr Menschen an psychischen Leiden. Sie wurden zur zweithäufigsten Ursache für eine Krankschreibung. Im ersten Halbjahr 2020 hatten die seelischen Leiden mit einem Anteil von 16,7 Prozent noch an dritter Stelle gestanden.

    "Die Pandemie mit allen ihren Begleiterscheinungen hat auf psychische Erkrankungen wie ein Verstärker gewirkt", so Storm. "Was uns als Folge aus den Lockdown-Zeiten noch bevorsteht, können wir heute nur schwer abschätzen," warnte er. Strukturierte Behandlungsprogramme für Menschen mit Depressionen würden so schnell wie möglich benötigt.

    Vor allem Menschen im Homeoffice weniger krank

    Zurück ging der Krankenstand vor allem bei Berufsgruppen im Bereich Recht und Verwaltung, die verstärkt ins Homeoffice wechselten. Bei Lehrerinnen und Lehrern sowie Erziehern und Erzieherinnen fiel der Rückgang weniger stark aus. Beschäftigte in der Altenpflege waren nahezu genauso oft krank wie im Vorjahreszeitraum.

    Für diese Analyse wertete das Berliner Iges-Institut die Daten von mehr als 2,3 Millionen Arbeitnehmern aus, die bei der nach eigenen Angaben drittgrößten deutschen Krankenkasse, der DAK-Gesundheit, versichert sind.

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