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Wegen Corona: Die schwierige Suche nach öffentlichen Toiletten | BR24

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In Deutschlands Innenstädten wird der Zugang zu sauberen Klos gerade durch die Corona-Pandemie erschwert.

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Wegen Corona: Die schwierige Suche nach öffentlichen Toiletten

Die Gastronomie hat geschlossen, Rathäuser schränken den öffentlichen Zugang ein - die Pandemie verschärft das Problem der ohnehin raren, öffentlichen Toiletten. Wer trotzdem eine findet, muss aufpassen: Dort herrscht erhöhtes Infektionsrisiko.

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"Happy toilet, healthy life" – das war mal das Motto eines World Toilet Summit. Heute ist Welttoilettentag, ein Gedenktag, den die Welttoilettenorganisation mit Sitz in Singapur ausgerufen hat. Der Tag soll darauf hinweisen, dass viele Menschen in wenig entwickelten Ländern keinen Zugang zu Toiletten haben – und das birgt jede Menge Gesundheitsrisiken. In Deutschlands Innenstädten wird der Zugang zu sauberen Klos gerade durch die Corona-Pandemie erschwert.

Müssen, aber nicht dürfen – wegen Corona

Vor allem Seniorenbeiräte kämpfen in manchen Kommunen für mehr öffentliche Toiletten, aber auch Eltern von kleinen Kindern kennen das Problem: Irgendwann muss es schnell gehen, und dann ist kein Klo in der Nähe. Und weil wegen der Corona-Pandemie auch die Gastronomie geschlossen ist, ist die Lage im Moment gerade besonders brisant.

Toiletten als Virenschleudern?

Chinesische Wissenschaftler haben darauf hingewiesen, dass die Klospülung ein möglicher Überträger von Coronaviren sein könnte. Beim Spülen wird Wasser aufgewirbelt, die Aerosole aus der Toilette könnten so möglicherweise das Virus verbreiten. Um das Infektionsrisiko zu senken, hat die Stadt Ingolstadt zum Beispiel im Frühjahr die Öffnungszeiten ihrer öffentlichen Toiletten eingeschränkt und zugleich die Reinigungsintervalle erhöht – aber das kostet natürlich mehr Geld.

Nette Toiletten – das unbekannte stille Örtchen

Viele Kommunen in Bayern nehmen an der Aktion "Nette Toilette" teil. Dabei öffnen Geschäfte ihre Klos für alle Bürger und bekommen dafür einen Zuschuss von der Stadt. Beispiel Illertissen im Landkreis Neu-Ulm: Vier Örtchen sind dabei bei der netten Toilette – eins davon ist allerdings das Rathaus. Dort kommt man momentan nur mit Termin rein oder wenn man klingelt. Ein weiteres ist ein Gasthaus, also geschlossen, und eins ist in einer Bäckerei, die auch nicht immer auf hat.

Bleibt das Dessous-Geschäft "Scharfe Spitzen" von Susanne Kränzle-Riedl am Marktplatz. Drei- bis viermal pro Woche fragt jemand nach dem Klo, sagt sie. So richtig bekannt ist der Service nämlich nicht, obwohl an ihrer Ladentür der Aufkleber mit dem Logo klebt. Die Stadt Illertissen will das nun ändern: Sie hat neue Aufkleber nachbestellt, damit, wer in Illertissen mal muss, auch mal kann.

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