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Weber: Mit Erdogan gemeinsam eine Lösung finden | BR24

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Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), hat dazu aufgefordert, in der aktuellen Flüchtlingskrise an der griechisch-türkischen Grenze mit dem türkischen Präsidenten Erdogan im Gespräch zu bleiben.

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Weber: Mit Erdogan gemeinsam eine Lösung finden

Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), hat dazu aufgefordert, in der aktuellen Flüchtlingskrise an der griechisch-türkischen Grenze mit dem türkischen Präsidenten Erdogan im Gespräch zu bleiben.

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Im Interview mit der Bayern 2 radioWelt erklärte Manfred Weber, auch der Druck auf die Türkei sei enorm. Die Europäer waren und seien bereit, zu helfen. Weber zeigt Verständnis dafür, dass Griechenland die Grenzen zur Türkei geschlossen hat, meinte aber im Interview, dass der jetzige Zustand "unhaltbar" sei, "den wir dort an der Grenze erleben. Die Menschen, die dort hinkommen, wurden mit falschen Versprechungen gelockt". Man sei seitens der EU bereit, auch mit finanziellen Mitteln weiter zu helfen, aber das gehe nur am Verhandlungstisch.

"Man muss Erdogan wirklich sagen: Bitte spiel nicht mit dem Leid der Menschen." Manfred Weber

"Notfalls die Grenzen schließen"

Die jetzige Situation zeige aber, dass sich die EU nicht erpressen lasse und notfalls auch bereit sei, Grenzen zu schließen, meinte Weber. "Andererseits muss man aber auch sagen, dass die EU im Syrien-Konflikt bisher schwach war", so Weber weiter. "Europa war Zuschauer, und das ist das eigentliche Problem dabei." Die Türkei dagegen sei Grenzregion und spüre die Flüchtlingssituation viel deutlicher. Weber plädierte dafür, eine neue Initiative zu starten, um in Syrien zumindest einen Waffenstillstand zu erreichen.

Tausende Migranten warten an der Grenze

Auf der türkischen Seite der Grenze harren indes weiter Tausende Migranten aus, nachdem Erdogan am Samstag verkündet hatte, die Türkei habe für Flüchtlinge die Grenzen zur EU geöffnet. Nach UN-Angaben sind es gegenwärtig rund 13.000 Migranten, die bei Kälte auf der türkischen Grenzseite zu Griechenland warten. Viele wollen weiterziehen. Griechische Sicherheitskräfte setzten mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein, um Menschen zurückzudrängen.

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Dazu kommen viele Migranten und Flüchtlinge aus Afghanistan und anderen Ländern. In einem Flüchtlingspakt mit der EU hatte die Türkei 2016 eigentlich zugesagt, gegen illegale Migration vorzugehen. Im Gegenzug nimmt die EU regulär Syrer aus der Türkei auf. Ankara erhält zudem finanzielle Unterstützung für die Versorgung der Flüchtlinge im Land. Diesen Deal hat Erdogan mit seiner Ankündigung der Grenzöffnung faktisch gebrochen.

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