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Was Weltraumforscher vom Mond wissen wollen | BR24

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Was Weltraumforscher vom Mond wissen wollen

Kurz vor sieben schiebt sich heute die Erde zwischen Sonne und Mond: eine Mondfinsternis. Zu 90 Prozent wird der Mond dann verdunkelt sein. Ein faszinierender Blick auf den Himmelskörper, der uns zwar nah, aber voller Rätsel ist.

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Neue Berechnungen zum Beispiel stellen die Theorien zu seiner Entstehung in Frage. Bisher galt: Die frühe Erde ist von einem umherfliegenden Brocken gestreift worden, dabei ist ein Stück von der Erde abgeplatzt, daraus hat sich dann der Mond geformt.

Der Mond birgt viele Überraschungen

Neue Vergleiche von Mond- und Erdgestein aber legen nahe, dass der Einschlag viel heftiger gewesen sein könnte. Womöglich war der Himmelskörper, der den Mond von der Erde absprengte, so groß wie der Mars. Das ist das Ergebnis einer Computersimulation, zweifelsfrei belegen lässt sich die These allerdings nicht.

"Wir wissen ja nicht allzu viel. Wenn sie genau hinschauen, dann sind noch nicht mal alle Proben, die vom Mond zurückgekommen ist, untersucht. Das sind rund 300 kg." Ralf Jaumann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin

Nachdem die Erforschung des Weltraums in den 60er Jahren beim Mond begonnen hatte, ist seine Erkundung in Konkurrenz zu anderen Projekten in den Hintergrund gerückt: Sonden reisen nun zu Mars, Pluto und andere Orte unseres Sonnensystems. Der Mond muss warten.

Aufschwung für die Mondforschung?

Dabei könnte das Interesse an Rohstoffen der Mondforschung eine Renaissance bescheren. Auch wenn es sich wahrscheinlich nie lohnen wird, von dort in großen Mengen Eisen oder seltene Erden zu uns zu bringen – langfristig könnte er eine zusätzliche Quelle für Rohstoffe sein. Und um das zu erkunden, müsste man ihn besiedeln.

Leben im "Moon Village"

Die Pläne, auf dem Mond ein Dorf zu bauen, sind deswegen durchaus ernst zu nehmen. Auch, weil kaum eine Marsexpedition stattfinden kann, bevor Menschen nicht getestet haben, wie sie unter extremen Weltraumbedingungen überleben können. Der Mond als Testumgebung.

"Was muss der Mensch dort bauen? Wie kann man das herstellen, was man braucht, also Wasser und Sauerstoff? Das muss man alles ausprobieren, nicht nur in einem kleinem Labor auf Erde, sondern auch großtechnisch, und dafür wird man den Mond brauchen." Ralf Jaumann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin